Freiwillige Feuerwehr Visquard
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Chronik der Feuerwehr Visquard

 

Aus der Visquarder Schulchronik von Lehrer Albertus Buisman ist zu entnehmen, dass schon früh an den Brandschutz gedacht wurde.

Die Entwicklung der Visquarder Gemeinde lässt sich aus den Gemeinderechnungsbücher, die bis 1734 zurückreichen und aus den Protokollen, von welchen das Älteste aus dem Jahre 1872 stammt, ersehen.

Ursprünglich beruhten die Bauerrechte auf mündlicher Überlieferung; welche sich von Geschlecht zu Geschlecht fortpflanzte. Später wurden sie schriftlich festgelegt und vom Amt genehmigt. Am Schlüsse des ältesten Rechnungsbuches findet sich die Gemeinderulle, die aus dem Jahre 1616 stammt.

Sie lautet: Rulle des Kirchenspiels Visquard.

„Vom Gemeinden Grafften, Wasserzügen, Wegen und Stegen. Die Gemeinden Grafften und Wasserzüge, so von altersher zu Gemeinden Wasser Grafften und mehrentheils wegen Brandesnoth verordnet, sollen zu rechten Zeit geschöniget werden, von niemand mit Unflat verunreiniget, viel weniger ohne Bewilligung der Gemeinde zugerichtet werden, Poena 5G1. Das so mehr gegen Brandesnoth, als Leyterr, Eimer und Brandhaken und dergl. hiernach gestiftet werden möchte, so wohl zu Ehren gehalten und fordersamt gebessert werden“.

Aus den alten Rechnungsbüchern wird erstmalig eine Ausgabe für die Brandspritze im Jahre 1804 aufgeführt. Die Brandspritze ruhte, wie aus einer Rechnung vom 1847 zu ersehen ist auf einem Schlitten, damit man schneller am Brandherd sein konnte. Sie wurde im Glockenturm der Kirche aufbewahrt.

Wie aus alten Brandberichten der Brandkasse zu ersehen ist, wurde die Spritze bereits im 19. Jahrhundert auch zur nachbarschaftlichen Löschhilfe in den anderen Krummhörner Dörfern eingesetzt. Visquard gehörte damals zum Amt Greetsiel.

Eine neue Spritze wurde 1895 gekauft. Sie wurde, weil ein Spritzenhaus fehlte, in der Scheune einer Schmiede von Heinrich Fr. Janhsen, untergebracht. Auf unaufgeklärte Art und Weise kam am 22. Juni 1903 diese Scheune in Brand und sie, die dem Feuer Einhalt gebieten sollte, brannte zuerst. Das Unglück wollte es nun, dass in derselben Woche und zwar am 26. Juni 1903, das Wohnhaus von Marten Berends Doolmann, ein Raub der Flammen wurde. Für die Vakanzzeit wurde eine Spritze aus Greetsiel geliehen. Der Gemeinde Visquard blieb nun nichts anderes übrig, als eine neue Spritze für 1600,- Mark anzuschaffen. Die Spritze wurde von der Firma Magirus aus Ulm geliefert. Für die neue Spritze wurde 1903 auf der Meentjewarf ein neues feuerfestes Haus für 880,- Mark erbaut. Von der Landschaft erhielt die „Kommune“ zur Anschaffung der Spritze eine erhebliche finanzielle Beihilfe.

Im Jahre 1807 wird zuerst ein Nachtwächter erwähnt. Dieser ist wohl infolge einer Preußischen Verordnung vom 24. Mai 1806 eingestellt worden. Ab 1. Januar 1848 musste der Nachtwächter ab 22:00 Uhr bis morgens, je nach Jahreszeit, „jede Stunde das Dorf durchwandern, die Stunde deutlich und vornehmlich zu blasen und auf alle Diebe, Straßenschändungen und Brand genau zu achten und regulieren und im Betretungsfalle sogleich dem Ortsvorsteher davon Anzeige zu machen“.

Bei einem Brand wurde damals die Kirchenglocke (Brandglocke) und später, ab etwa 1880, zusätzlich mit dem Brandhorn alarmiert. Das Brandhorn ist noch vorhanden und wird zur Besichtigung im Feuerwehrgerätehaus bereit gehalten.

Zur Zeiten der Pflichtwehr war das Dorf in Rotten eingeteilt. Jedermann im Dorf war zu jener Zeit verpflichtet bei Bränden Hilfe zu leisten. Bei Brandeinsätzen wurde eine Rotte eingesetzt. Beim nächsten Brand wurde eine andere Rotte zur Brandbekämpfung verpflichtet. Die Rotten wurden vom Brandmeister eingeteilt und erhielten eine rote Armbinde mit Feuerwehrhelm und Axt als Zeichen. Später kam auch noch der Name Visquard auf den roten Armbinden dazu. Nach durchgeführtem Einsatz wurde die Armbinde an die nächste Rotte weitergegeben. Die jeweilige Rotte wurde von einem Rottenführer eingesetzt und geführt. Uniformen, Helme und Feuerwehrkleidung gab es noch nicht.

Da es vor 1959 noch keine Wasserleitung gab, versorgten sich die Einwohner von Visquard mit Trinkwasser aus den Regenbacken. Löschwasser wurde aus den Hofteichen oder aus dem Tief entnommen. Da im Winter die Tiefs regelmäßig zufroren, musste, nachdem der letzte Schöfler vom Eis war, jeden Abend ein Brandloch (Brandbitt) ins Eis geschlagen werden. Dieses Brandloch wurde mit einem Bund Stroh (später mit Strohballen) zugestopft, damit auch niemand in das Loch hineinfiel. Auch die Spritze musste regelmäßig gepflegt und gewartet werden. Die Bedienung der Spritze im Einsatz war Schwerstarbeit und es wurden eine Menge Leute dafür benötigt. Die Kolben der Spritze mussten zuerst mit Wasser gefüllt werden (Entlüften), denn ohne dass vorher Wasser in die Kolben gefüllt wurde, zog die Spritze kein Wasser. Das Wasser für die Befüllung der Kolben wurde von einigen Männern mit ledernen Eimern aus dem nächsten Wasserloch geschöpft. Später wurden verzinkte Eimer eingesetzt. (Drei dieser verzinkten Eimer befinden sich noch heute im Besitz der Feuerwehr Visquard). Über einen langen Bügel mussten die Kolben in Bewegung gesetzt werden, auf und ab und auf und ab, manchmal vier bis fünf Stunden, bis das Feuer gelöscht wurde. Hierfür benötigte man etwa 14 Mann. Beim Brandeinsatz wurde auch der Brandhaken eingesetzt. Einige Männer packten sich den langen schweren Brandhaken und rückten damit dem Brandherd zu Leibe. Bis zu 12 cm dick war der Schaft des Brandhakens, und wer damit umgehen sollte, brauchte eine Menge Kraft. Der Transport der Spritze mit den Zugpferden in andere Ortschaften zur nachbarschaftlichen Löschhilfe war beim schlechten Wetter manchmal sehr schwierig. Ausgebaute Wege und Straßen gab es damals noch nicht so wie heute. Die Zugpferde wurden von einem Landwirt für die Brandeinsätze bereit- und untergestellt.

Auf die genaue Einhaltung der Paragraphen der Brandspritzenordung hatten die beiden Brandmeister (um 1913 E. Müseler und Georg Groenewold) früher auch Korporale genannt, zu achten.

Bei einer Gemeindeausschusssitzung am 15. Dezember 1921 im Edenschen Lokal wurde eine Neuwahl des Brandmeisters durchgeführt. Nach der Eröffnung der Versammlung des Gemeindeausschusses durch den Vorsitzenden J.L.Vohs wurde Landwirt Bruno Fegter einstimmig zum Brandmeister gewählt.

Bei einer weiteren Gemeindeausschusssitzung am 25. September 1923 im Edenschen Lokal wurden Mittel für die Reparatur bzw. Erneuerung der Spritze bewilligt. Ein Auftrag wurde hierfür erteilt. Außerdem wurde vom Gemeindeausschuss beschlossen: „Für das Fehlen bei der Spritzenprobe werden 3 Pfund Roggenwährung festgelegt“.

Im Jahre 1923 sucht ein großes Feuer den Hof von Ebbel Jannsen in Middelstewehr heim. Hierbei wurde die Spritze von Visquard beschädigt. Hierzu wurde bei einer Gemeindeausschusssitzung in Visquard am 17. Oktober 1923 im Edenschen Lokal folgendes beschlossen: „Dir durch die Spritzen Reparatur entstandenen Kosten sollen so weit wie möglich wieder vom Landratsamt eingezogen werden, da bei dem Brand im Middelstewehr die Beschädigung entstanden sind“.

Bei der Gemeindeausschusssitzung am 2. Juni 1924 wurde als Spritzenmeister Landwirt Bruno Fegter und als Stellvertretender Spritzenmeister Georg Groenewold gewählt.

Im Lokal des Gemeindevorstehers G. Eden fand am 12. März 1926 eine Sitzung des Gemeindeausschusses statt. Auf Antrag des Landrats musste der Gemeindeausschuss den Absatz 2 §3 der Spritzenordung einen anderen Wortlaut geben. Hierzu wurde folgendes beschlossen: Der §3 Absatz 2 erhält folgende Fassung:

„Das gleiche gilt für Spritzenproben und Übungen, zu denen der Feuerwehrmann vom Brandmeister bestellt oder in sonst vorgeschriebener Weise gerufen wird sowie für Fälle auswärtiger Löschhilfe. Für die Abhaltung von Spritzenproben und Übungen kann der Brandmeister nach Absprache mit dem Gemeindevorsteher die Feuerwehrpflichtigen Gemeindemitglieder durch Anordnung in Mannschaften (Rotten) einteilen. Die Mannschaften (Rotten) haben nach einem vom Brandmeister aufzustellenden Plan abwechselnd zu den Spritzenproben und Übungen zu erscheinen. Ferner soll in der Spritzenordnung unter Leitung des Spritzenmeisters eine Organisation vorgenommen werden, welche mit dem vom Ausschuss gewählten Herrn Ysker und O. Folkerts in nächsten Tagen zu beraten ist.

Die Dienstzeit des Spritzenmeisters Landwirt Bruno Fegter und seines Stellvertreters G. Groenewold war abgelaufen. Es erfolgt einstimmige Wiederwahl.

Bei der folgenden Gemeindeausschusssitzung am 15. April 1926 wurde die Spritzenordnung auf Vorschläge vom Spritzenmeister und einer gewählten Kommission um einige Punkte ergänzt und vom Ausschuss genehmigt.

1. Das Fahren der Spritze wird Landwirt Fegter, des Mannschaftswagens Fuhrmann Wiltfang übertragen.

2. Die nach auswärts beorderten Mannschaften sollen rote mit dem Namen „Visquard“ versehende Armbinden tragen.

3. Die Handhabung zu dem der Gemeinde gehörenden Minimaxlöscher wird beim Brandfall Andreas Royer und Benjamin Baumfalk übertragen.

4. Als Abteilungsführer werden 4 Führer und 4 Stellvertreter bestellt.

Bei einem Großbrand in Manslagt bei C.G. Metger am 23. Oktober 1930 wurden die Spritzen aus Manslagt, Groothusen, Pilsum, Greetsiel und Visquard eingesetzt. Das zum größten teils aus Holz bestehende Nebengebäude wurde vollständig vernichtet. Der Hof wurde von Pächter Freeksen und zwei Söhnen bewohnt. Zur Unterstützung wurde auch das Emder Feuerwehrfahrzeug mit Motorspritze angefordert.

1933 brach das politische folgenreichste Jahr ein. Die SA marschierte, die NSdAP wuchs. Wer allerdings bei der Feuerwehr eintrat oder war, brauchte keine Partei anzugehören.

Ein Grund hierfür, dass in den 30er Jahren viele Freiwilligen Feuerwehren ins Leben gerufen wurden, war sicherlich die Preußische Gesetzgebung von 1933, herausgegeben vom Preußischen Staatsministerium. Das Gesetz trat am 1. Januar 1934 in Kraft.

Im Jahre 1935 wurde dann der Feuerlöschverband Pewsum gegründet. Der Feuerlöschverband bestand aus den Gemeinden: Pewsum, Canum, Groothusen, Woquard, Freepsum, Woltzeten und Visquard. Jede Gemeinde erhielt einen der Freiwilligen Feuerwehr Pewsum unterstellten Löschtrupp. Die Sollstärke, wie aus den Protokollen zu ersehen ist, betrug in Visquard 30 Feuerwehrmänner. Als kommissarischer Brandmeister wurde der Landwirt Bruno Fegter eingesetzt. Schon vorher, als die Pflichtfeuerwehr bestand, war Bruno Fegter Brandmeister.

Kurz nach der Gründung das Feuerlöschverbandes Pewsum wurde bereits im Jahr 1936 die Freiwillige Feuerwehr Visquard gegründet. Genaue Unterlagen oder Gründungprotokolle existieren nicht oder wurden bislang nicht gefunden. Als die Freiwillige Feuerwehr Visquard gegründet wurde, war damit nicht einfach ein Verein ins Leben gerufen, sondern es begann eine neue Epoche in der Dorfgemeinschaft. Mit der Gründung begann der spezialisierte Brand- und Katastrophenschutz. Die Gründungsmitglieder von 1936 konnten nicht ahnen, dass sie mit ihrer politisch motivierten Gründung ein neues Zeitalter in der Feuerwehrgeschichte einleiteten. Die Brandbekämpfung spielte auch weiter hin eine große Rolle, für Feuer, Sturm, Wasser und Öl waren nun mehr und mehr die Männer der Freiwilligen Feuerwehr zuständig.

Als Brandmeister wurde Landwirt Peter Aissen eingesetzt. Peter Aissen war von 1936 – 1958 Brandmeister der Wehr Visquard. Zu den weiteren Gründungsmitglieder gehörten: Benjamin Baumfalk, Edmund Müller, Eildert de Vries, Hinderk Müller, Jakob Alberts und Siebelt Eeten. Jakob Albert und Sibelt Eeten kehrten aus dem II. Weltkrieg nicht mehr zurück.

1939 waren in Visquard 67 Häuser, die von 498 Einwohnern bewohnt wurden. Auf ein Haus kamen also im Durchschnitt 7,5 Personen.

Es folgte dann der Beginn des zweiten Weltkrieges, und mit der Ausweitung dieses unseligen Krieges wurden nach und nach auch die wehrfähigen Mitglieder der Feuerwehr zum Kriegsdienst eingezogen. Da die Feuerwehr jedoch in der Kriegszeit unbedingt einsatzfähig bleiben musste, wurden für den Feuerwehreinsatz zunehmend Frauen eingesetzt. Unterstützt wurden sie von einigen älteren Feuerwehrmitgliedern. Die Führung der Frauenfeuerwehr übernahm der Gemeindebrandmeister Peter Aissen. Schnell erlernten sie die notwendigen Handgriffe, um mit dem Löschgerät umgehen zu können.

Am 12. Oktober 1944 brannte das Gehöft Bremer auf Kloster Appingen. Der Brand wurde zum größten Teil von Frauen gelöscht. Brandursache war fahrlässige Brandstiftung durch den Werkführer einer Dreschmaschine. Es wurden 90 Mark als Spritzenprämien von der Brandkasse ausgezahlt.

Während des II. Weltkrieges im Jahr 1944 wurde ein Flugzeug der Alliierten über Visquard vom Jagdflugzeugen der Wehrmacht abgeschossen. Feuerwehrmann Hinderk Müller berichtet in seiner Lebensgeschichte folgendes Ereignis:

„Kurz vor Ende des Krieges wurde ein viermotoriger Bomber ganz in der Nähe von Visquard, bei Appingen, abgeschossen. Schnell in die Feuerwehrkleidung geschlüpft, begab ich mich zur Unglücksstelle, aber hier war nichts mehr zu retten. Nur ein Bild des Grauens, ein Trümmerhaufen und viele Schlauchboote lagen herum. die Besatzung des Flugzeuges war wohl fertig zum Absprung gewesen, bevor das Flugzeug abgeschossen wurde. Die unter den Tragflächen befindlichen Tanks brannten lichterloh. Übrig blieb nur ein am Grabenrand in den Himmel weisendes Leitwerk. Unbegreiflich war, was dort alles noch herumlag, kistenweise Munition, haufenweise Verpflegung und Verbandsmaterial. Ein Teil der Besatzung war tot. Einige Soldaten der Flugzugbesatzung konnten sich mit Fallschirmen retten und wurden später gefangen genommen. Eine Abordnung übernahm dann die Nachtbrandwache. Am nächsten Morgen kamen Sanitäter und kümmerten sich um die verstorbenen Soldaten. Alle wurden eingesackt und abtransportiert.“

Nach dem Krieg 1945 lebten auch die Menschen auf dem Land nicht in Überfluss. Lebensmittelkarten, Geld, wofür es kaum etwas zu kaufen gab, bestimmten den Alltag in Visquard wie auch anderswo.

Kurz nach dem II. Weltkrieg, am 6. Mai 1946 tobte in Visquard ein Großbrand. Ein Wohndoppelthaus von Johann und Frieda Jürjens und Andreas Ommen wurde total zerstört. Das Hinterhaus des Edenschen Hauses (Gerd Eden) wurden ebenfalls durch Funkenflug eingeäschert. Brandursache war ein Schornsteinbrand. Auszug aus der Feuerwehrchronik Eilsum: „Als 1946 die Eilsumer Feuerwehr zu ihrem ersten Einsatz geholt wurde, entdeckten die Männer bei Löscharbeiten im Kolonialwarenladen Eden auf dem Dachboden eine große Kiste mit Fleischdosen, Wurstdosen und Tee. Durch den Brand war das Lager beschädigt. Leider waren die Kisten mit den Lebensmitteln alle unbeschädigt geblieben. Da die Versicherung nur nachlieferte, wenn die Kisten kaputt waren, folgten die Feuerwehrleute aus Eilsum, mehr ihrem Hunger als ihrem Gewissen, treu dem Spruch, das Fressen vor der Moral käme, machten sie sich über Fleisch- und Wurstdosen her, schlugen rein, was rein gehen wollte und schleppten die Ostfriesenteemischung in den Hosentaschen weg“. Die Brandkasse zahlte für den Einsatz 225 Mark als Prämie für die Feuerwehr aus.

Danach wurde es notwendig, die Freiwillige Feuerwehr Visquard neu zu Gründen. Eine Versammlung wurde einberufen und einige Visquarder Bürger traten in die Wehr ein. Neben den Gründungsmitglieder von 1936 waren dies: Habbo de Vries, Eildert de Vries, Eildert Baumann, Diedrich de Vries, Joachim Schmidt, Meinhard Bruns, Georg Sparenborg, Hinrich Janssen, Daniel Rohdmann, Menno Müller, Gerd de Vries, Hilko de Vries, Dirk de Vries, Johann Jürrens und Enno Eeten. Später kamen noch Kameraden dazu, die bis dahin noch in Kriegsgefangenschaft waren. Peter Aissen übernahm auch nach der Neugründung die Feuerwehr Visquard.

Man benutzte zur Brandbekämpfung eine Magirus – Pumpe mit DKW-Motor. Wann die Handdruckspritze außer Dienst gestellt wurde, ist leider nicht festzustellen. Vielleicht wurde sie verkauft, denn die Spritze bestand zum Teil aus Messing.

Nach dem Krieg erhielten die Freiwilligen Feuerwehrmänner Uniformjacken von englischen Soldaten. Die Uniformen wurden eingefärbt und auch manchmal sonntags getragen. In dieser armen Zeit waren die Feuerwehrmänner stolz auf ihre Uniformen.

Der erste Einsatz nach Neugründung der Wehr war ein Großbrand am 5. September 1948 beim Landwirt Diedrich Stroman in Visquard. Das Nebengebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder. Wegen mangelnder Ausrüstung nach dem Kriege musste die Tragkraftspritze mit einer Wippe zum Einsatz gebracht werden. Die Feuerwehrleute waren hier drei Tage mit dem Ausfahren der Erntevorräte beschäftigt. Die Brandursache konnte nicht ermittelt werden.

Einen Feuerwehrausflug veranstaltete die Wehr zum ersten Mal am 3. Mai 1957. Ausflugsziel war Paterswolde in Holland.

Seit dieser Zeit wurde fast jedes Jahr ein Ausflug veranstaltet, so z.B. nach Wilhelmshaven, nach Rüdesheim, nach Ernst an der Mosel, zur Holsteinischen Schweiz, nach Axams in Österreich oder in die Fränkische Schweiz. Die Ausflüge wurden vom Kameraden Hilko de Vries organisiert und durchgeführt. Ab Januar 1983 übernahm der Festausschuss diese Aufgabe.

Im Jahr 1958 verlies Brandmeister Peter Aissen die Wehr Visquard. Peter Aissen hatte seinen Wohnsitz nach Rysum verlegt. Sein Nachfolger wurde Kamerad Daniel Rohdmann. Daniel Rohdmann war von 1958 – 1962 Gemeindebrandmeister der Gemeinde Visquard.

Ein Höhepunkt für die Wehr war dann im Jahre 1958 die Anschaffung einer neuen Tragkraftspritze 8/8 (bei 8 bar Druck, wurden 800 Liter Wasser in einer Minute gefördert). Von der Gemeinde wurde für die Freiwillige Feuerwehr Visquard eine Magirus - Pumpe mit VW Motor zum Preis von 4.100,- DM gekauft. Diese TS wurde mit einem TS - Anhänger transportiert. Auch nach der Außerdienststellung befindet sich die TS noch heute in Besitz der Wehr Visquard.

Am 16. Juli 1959 brach gegen 8:00 Uhr morgens in Manslagt ein Feuer in dem Gebäude des Pächters Bohlen aus. Dem Feuer fiel der größte Teil des Gebäudes zum Opfer, bei dem die Scheune und das Wohngebäude nicht durch eine Brandmauer voneinander getrennt waren. Neben dem vielen Heu in der Scheune wurden auch eine Sichtmaschine und ein Höhenförderer sowie sechs Schweine Opfer der Flammen. Der Hausrat wurde teilweise erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Da sich in der Nähe der Brandstelle auf engstem Raum vier große Höfe befanden, mussten sich die eingesetzten Wehren, aus Manslagt Pilsum, Greetsiel, Pewsum, Leybuchtpolder, Groothusen, Visquard und Loquard, zuerst auf den Schutz der umliegenden Gebäude beschränkten, hatten aber trotzdem bereits um 9:00 Uhr das Feuer unter Kontrolle. Um 13:00 Uhr wurde damit begonnen, die Brandmassen aus dem Ort hinauszufahren. Das bis auf die Umfassungsmauern niedergebrannte Gebäude war aus dem Jahre 1848.

Bei W.Willms in Middelstewehr brannte es am 23. April 1961. Bei einem, gegen Sonntagabend niedergehenden Gewitter, schlug ein Blitz in das Wirtschaftsgebäude des Bauern Willms ein. Der Blitz entzündete und entfachte einen Brandherd in den Strohmassen, die dort gelagert wurden. Im nu schlugen Flammen aus den Strohballen empor, die jedoch nicht so schnell um sich greifen konnten, da das Stroh in Pressballen fest gebündelt war. Starke Rauchentwicklung kündete das sich eventuell anbahnende Unheil an, so dass die Feuerwehren rechtzeitig alarmiert und das im Stall befindliche Vieh in Sicherheit gebracht werden konnte. Alarmiert wurden die Wehren aus Greetsiel, Leybuchtpolder, Eilsum, Norden und Visquard. Als Erste nahmen die Männer der Feuerwehr Greetsiel die Brandbekämpfung auf. Mit Unterstützung der übrigen Wehren konnten die Flammen trotz reichlicher Strohnahrung schnell niedergekämpft und das Feuer unter Kontrolle gehalten werden. Hierbei leistete die Feuerwehr aus Norden mit der Drehleiter gute Dienste. Die Feuerwehr Visquard war auch beim Ausfahren der glimmenden und schwelenden Strohballen behilflich.

Kamerad Daniel Rohdmann legte sein Amt als Gemeindebrandmeister wegen Erkrankung seiner Frau nieder. Sein Amt übernahm Schmiedemeister Menno Müller. Menno Müller war von 1962 – 1981 Brandmeister.

Eine schwere Sturmflut herrscht am 16. und 17. Februar 1962. Der „Blanke Hans“ tobte mit urwüchsiger Kraft an unseren Deichen. Die Radiosender kündigten schon in den Morgenstunden eine schwere Sturmflut an. Stündlich steigerte sich die Dramatik der Durchsagen, immer höhere Wasserstände wurden genannt. Der Wasserspiegel stieg bis auf 4,64 m über Normalnull. Abends sendete das Fernsehen Sondermeldungen. Es wurde ständig Deichbrüche aus dem Regierungsbezirk Stade gemeldet und in Hamburg bahnte sich eine Katastrophe an. Dennoch gingen die meisten Menschen arglos schlafen. Die Deiche waren gerade im letzten Frühjahr erhöht worden, und jeder fühlte sich sicher. Auch der Bürgermeister Ewen aus Visquard legte sich nachts um 1:00 Uhr, um 11:30 Uhr war Hochwasser gewesen, erleichtert ins Bett. Doch es wurde eine kurze Nacht. Denn an mehreren Stellen drohte der Deich zu brechen und wurde dort bis zur Hälfte weggespült. Es wurde Katastrophenalarm gegeben. Die Freiwillige Feuerwehr Visquard rückte in den frühen Morgenstunden, um 4:15 Uhr, des 17. Februar zum Einsatz an dem Deich zwischen Manslagt und Pilsum aus. Da die Wehr Visquard noch kein Fahrzeug besaß, diente als Transportmittel ein Trecker mit Anhänger von Cornelius Janssen, der Mitglied der Wehr war. Als Sitzgelegenheiten wurden Strohballen auf dem Anhänger geladen. Cornelius Janssen wurde in die Wehr aufgenommen, weil er eine Zugmaschine, die für den Tragkraftspritzenanhänger notwendig war, zur Verfügung stellte, und als Fahrer tätig war. Um 9:00 Uhr wurden in Visquard die Sturmglocken geläutet. Am Sonnabendmittag um 12:00 Uhr war wiederum Hochwasser. Die Kameraden der Visquarder Wehr wurden vom Dorf aus verpflegt. Landwirte und Visquarder Einwohner haben im Dorf Stroh verladen und zum Deich nach Pilsum transportiert. Insgesamt war die Ortswehr vier Tage im Einsatz am Deich.

Die Ostfriesenzeitung berichtete am 19. Februar 1962 folgendes: Die Sturmgewohnte Bevölkerung der Krummhörn wurde vom Orkan und den anbrausenden Fluten völlig überrascht. Verhältnismäßig wenige Männer hatten die Gefahr rechtzeitig erkannt, dass sie zunächst nur mühsam erste Hilfsmaßnahmen zum Schutze der Deiche einleiten konnten. Es galt, kostbare Stunden bis zum nächsten Hochwasser zu nutzen und die entstandenen Gefahrenstellen zu sichern. Erst waren es wenige Männer, die an die Deiche entlang keuchten, aber gegen 4:00 Uhr morgens am Sonnabend war dann die von allen Seiten einsetzende Hilfe sinnvoll am Werk. Das Vormittagshochwasser hätte beim Pilsumer Leuchtturm, nördlich von Dyksterkrug am Knick bei „Dickskiel“, nördlich von Platthaus, nur noch wenig Widerstand gehabt. Zwar hatte der alte Deich durchweg gehalten, der neu aufgebrachte Boden war aber weggerissen. Die an den Deich wohnende Bevölkerung, Bauunternehmer, die ersten Feuerwehrgruppen, nicht bekannte Helfer, standen bereit. Bis von Simonswolde rollten zwei Baggerwagen an. Inzwischen trafen die ersten Bundeswehrsoldaten in Pilsum ein. Dort lag viel Sand bei der Ziegelei. Hier entwickelte sich so etwas Ähnliches wie eine rückwärtige Einsatzzentrale. In vielen Orten gingen die Kinder am Sonnabendvormittag noch zur Schule, während schon mit der Evakuierung der gesamten Krummhörn gerechnet wurde. Die Bundeswehrsoldaten schaufelten zuerst mit den kleinen Handspaten die Sandsäcke voll, später trafen die Bagger ein, um Lastwagen schneller zu beladen. Neben Oberdeichrichter Johannes Ohling leitete Stromann vom Hause seines Stellvertreters Schöningh in Pilsum den Einsatz.

Die Feuerwehr übernahm die Aufgabe, Sandsäcke, Pfählen und Zubehör an die Gefahrenstelle zu dirigieren, die Funksprechgeräte leisteten wichtige Dienste. Die Polizeibeamten in den betroffenen Gebieten hatten schon in den Nachtstunden getan, was in ihren Kräften stand. Sie verhinderte auch, so gut es ging, Verstopfungen auf den Zufahrtswegen. Ansammlungen von Neugierigen gab es glücklicherweise am Vormittag kaum, später wurde ihnen erfreulicher weise rechtzeitig der Zutritt verwehrt. Einige Lastwagenfahrer, Soldaten, Feuerwehrmänner, Männer der Deichachten und andere, setzten sich seit den Nachtstunden ohne Ruhepause ohne Verpflegung ohne Murren ein. Mehr und mehr Soldaten der Bundeswehr trafen ein, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk, ADAC. Das Ostfriesische Lufttaxi bot ihre Hilfe bei der Regierung an, um von oben mögliche Bruchstellen sofort mitteilen zu können. Fahrzeuge der Straßenmeistereien, der städtischen Bauämter, fuhren Sandsäcke heran aus Emden, Norden und anderen Orten. Die gefüllten Sandsäcke wanderten auf den Deichen von Mann zu Mann weiter. Neben einen Soldaten stand ein Feuerwehrmann und auf der anderen Seite Bauern und Arbeiter. Aber die Anfahrt war schwierig! Zwischen Leeshaus und Platthaus konnte von Manslagt und Hamswehrum notdürftig ein Ringverkehr aufrechterhalten werden. Hochbeladen fuhren die Strohwagen und die Sandsackwagen heran, später kamen Maschinen und Holzpfähle hinzu. Aber die Versorgung der Hauptgefahrenstelle bei Diekskiel war schwierig. Dort gab es nur eine Stichstraße am Deich entlang, viel Zeit musste vergeudet werden, um auf das Abladen und Wiederherausfahren der Fahrzeuge zu warten, es gab auch einige Verstopfungen. Noch schlimmer war es am Pilsumer Leuchtturm. Dort war mit motorisierten Fahrzeugen gar nicht hinzukommen, Militärfahrzeuge die es versuchten, versackten. Später wurden Gespanne eingesetzt.

Für den Sturmfluteinsatz am Pilsumer Deich wurden die Visquarder Feuerwehrmänner mit dem Sturmflutabzeichen vom niedersächsischen Innenministerium ausgezeichnet. Die Verleihung erfolgte im Jahre 1964 im Gemeindehaus in Visquard.

Nach der schweren Sturmflut im Februar 1962 sah sich der Gemeinderat unter Leitung vom damaligen Bürgermeister Ewen verpflichtet, einen Katastrophenschutzplan für Visquard aufzustellen.

Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates:  Unter Punkt 3 der Tagesordnung wurde beschlossen, für die Gemeinde einen Katastrophenschutzplan aufzustellen. Sämtliche arbeitsfähigen Männer im Alter von 18 bis 55 Jahren unterliegen den Katastrophenschutzanordnungen. Im Katastrophenalarm haben sich die arbeitsfähigen Männer vor der Kirche zwecks Einteilung zum Einsatz zu melden. Die Halter von Trecker und Lastkraftwagen müssen ihre Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Die Halter von Personenkraftwagen müssen im Katastrophenfall ihre Fahrzeuge zur Beförderung von Personen zum Einsatzort bereithalten. Den Tierhaltern soll empfohlen werden, dass sie im Katastrophenfall für die Abtreibung des Viehs genügend Halfter bereit halten. Für die Außenhöfe sind je Hof 10 Männer bereitzustellen, die für die Abtreibung zu sorgen haben.

Für die Bergung von Kranken, alten Leuten und Vieh in der Siedlung übernimmt das an Lebensjahren ältester Gemeindemitglied den Einsatz, 15 Mann stehen ihm hierzu zur Verfügung, sie dürfen anderweitig im Einsatz nicht eingeteilt werden. Die Kirchengemeinde soll gebeten werden, dass der Schlüssel von der Kirche und Glockenturm bei Jan Smid aufbewahrt werden.

Einen Großbrand auf dem Hellenenhof in Pewsum, ausgelöst durch einen gezündeten Blitzschlag, bekämpften die Feuerwehren, darunter auch Visquard, am 29. Mai 1962. Hier wurden Scheune, Wohnhaus, Waschküche und Stall in Mitleidenschaft gezogen.

Am 1. Januar 1964 wohnten in Visquard 640 Menschen und rund 170 Haushalte gab es. In Not-gedocht standen 66 Häuser. Auf Bummert gab es 13 Häuser. Im Dorf standen 70 Häuser. Dazu 2 Häuser auf der Meede, 4 Häuser auf Appingen. Also insgesamt 161 Häuser.

Am Sonnabend, den 1. August 1964 gegen 13:00 Uhr, brach in dem Anbau zu dem Wohn- und Geschäftshaus des Kaufhauses Harm Iben in Eilsum, ein Schadensfeuer aus, das auf die Geschäfts- und Lagerräume übergriff und diesen Gebäudeteil mit den darin befindlichen Warenlager, darunter wertvolle Elektrogeräte aller Art, völlig vernichtete. Durch das schnelle Eingreifen der Wehr Eilsum, unterstützt durch die Wehren Visquard, Greetsiel, Pewsum, Wirdum, Grimersum, Uttum und Leybuchtpolder, sowie zwei Löschzügen der Stadt Norden, konnte ein Übergreifen des Feuers auf das angrenzende Wohnhaus verhindert werden. Der Gebäudeschaden belief sich um etwa 200 000 DM und einem Schaden an Waren und Einrichtungen mit nochmals etwa 200 000 DM.

Am Sonnabend, den 30. August 1964 gegen 19:30 Uhr, brach auf dem Pachthof des Landwirts Carl Wiltfang auf Dykhusen, ein Schadensfeuer aus, das innerhalb kürzester Zeit auf dem gesamten Wirtschafsteil, des Gebäudes übergriff. Trotz des Einsatzes von acht Krummhörner Wehren und des neuen Gerätewagens der Norder Wehr, gelang es nicht, die in dem Gebäude lagernden reichen Erntevorräte, bestanden aus 1500 Zentner Getreide und Heu, zu bergen. Die Flammen fanden in den Vorräten reichlich Nahrung. Es war daher auch nicht möglich, mehrere landwirtschaftliche Geräte in Sicherheit zu bringen. Die Wasser Vorräte aus den Graften von Jan Stroman, waren schnell verbraucht. Auch das Wasser aus einem Hydranten bei Diedrich de Vries war nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Mit Unterstützung der benachbarten Wehren wurde Wasser über eine lange Wegstrecke herbeigeführt. Mehrere Schweine verbrannten und ca. 50 Hühner.

Besonders nachhaltig wirkte sich aus, dass zahlreiche Fahrzeuge die Straße verstopften. Es handelte sich um Schaulustige, die vom Pewsumer Markt zur Brandstelle aufgebrochen waren und dabei die Zufahrt blockierten. Die Visquarder Wehr war drei Tage im Einsatz. Zurückzuführen war die Brandursache auf einem heiß gelaufenen Trecker.

Am 26. August 1965 beschließt der Gemeinderat Visquard, unter Vorsitz von Bürgermeister Ewen, dass für die Freiwillige Feuerwehr Visquard ein Feuerlöschwagen beschafft werden soll. Ein Jahr später war es dann soweit, die Feuerwehr Visquard erhielt ihr erstes Feuerwehrfahrzeug. Das neue Tragkraftspritzenfahrzeug, ein Ford Transit, wurde mit einer feierlichen Übergabe im Jahre 1966 an die Visquarder Wehrmänner ausgeliefert.

Am 22. und 23. Juli 1966 feierte die Wehr ihr 30 -jähriges Bestehen zusammen mit dem 40 - jährigen Bestehen des RSV Visquard. Zum großen Kommers im Festzelt konnte der 1. Vorsitzender Harm Eeten und der Gemeindebrandmeister Menno Müller zahlreiche Gäste, darunter Landrat Carl Ewen, begrüßen. In aller Harmonie feierten Sportler, Feuerwehr und ausgewählte Gäste, bei Tanzmusik des Musikzuges Pewsum.  Am Sonntagvormittag fand ein gemeinsamer Gottesdienst aller Wehrmänner des Unterbezirkes Pewsum und der Mitglieder des RSV statt. Die Festpredigt hielt Pastor Züchner aus Greetsiel. Anschließend fand auf dem Friedhof, unter Begleitung des Musikzuges Pewsum, eine Kranzniederlegung am Ehrenmal statt. Danach übten sich die Feuerwehrmänner in sicherer Hand. Es wurde ein Gruppenschießen des Unterkreises durchgeführt. Als Sieger ging die Wehr aus Canum mit 153 Ringen hervor. Nachmittags stellten sich die Wehren des Unterkreises Pewsum und die Mitglieder des RSV zum Werbemarsch durch die Gemeinde Visquard unter Mitwirkung des Pewsumer Musikzuges auf. Beim Schnelligkeitswettbewerb der Feuerwehren, unter der Leitung des Unterkreisbrandmeisters de Voß, gewann Pewsum mit 418 Punkten, 2. Visquard mit (415), 3. Canum (408) und 4. Groothusen (391). Die Pokalverleihung fand im Festzelt auf dem Sportplatz statt. Mit einem Kehraus endete das turbulente Wochenende, das ganz Visquard vereinte.

In einer Sitzung des Gemeinderates, im März 1971, unter Vorsitz von Bürgermeister Carl Ewen, wurde beschlossen, mit den Planungsvorbereitungen für das neue Feuerwehrgerätehaus zu beginnen.

Sein 35 -jähriges Bestehen feierte die Wehr am 5. und 6. Juni 1971 mit einem Zeltfest mitten im Dorf. Unter anderem wurde ein Schnelligkeitswettbewerb aller Wehren des Unterkreises durchgeführt und der Emder Feuerwehrmusikzug gab ein Platzkonzert. Im Jugendheim Visquard wurden die Kameraden geehrt, die 1946 in die Wehr eintraten, und eine Neugründung nach dem II. Weltkrieg durchführten. Zu der Wehr Visquard gehörten 1971 insgesamt 22 aktive Kameraden.

Bis zur Verwaltungs- und Gebietsreform und der Eingemeindung der Dörfer in die Gemeinde Krummhörn 1972, gehörte Visquard zur Samtgemeinde Eilsum. Die Feuerwehren waren in sogenannte Unterkreise organisiert. Visquard gehörte zum Unterkreis Pewsum. Das veränderte sich durch die Reform von 1972, die Gemeindefeuerwehr bestand aus 18 Ortsfeuerwehren und wurden in 4. Züge eingeteilt. Visquard gehört seither mit Eilsum, Grimersum, Jennelt und Uttum zum 4. Zug der Gemeindefeuerwehr.

Am 18. Mai 1972 war die Feuerwehr Visquard bei einem Hofbrand in Eilsum im Einsatz. Spielende Kinder, die sich im Stall eine Höhle gebaut und mit Streichhölzern hantiert hatten, setzten den Hof von Melle Klinkenborg in Brand. Es erstand ein Schaden von 130 000 bis 150 000 DM, so wurde geschätzt. Die Feuerwehren, aus Eilsum, Visquard, Grimersum, Jennelt, Pewsum und Pilsum wurden durch die starke Rauchentwicklung stark behindert, hatten aber das Feuer nach knapp zwei Stunden unter Kontrolle.

Im Winter 1972, an einem Mittwochabend, brannte die hölzerne Scheune von Landwirt Heeren am Ortsausgang nach Greetsiel. Das Feuer wurde gegen 19:00 Uhr bemerkt und die Feuerwehr wurde alarmiert. Das Feuer war schwer zu löschen, weil der Kanal zugefroren war und zunächst bei Dunkelheit ein Loch, für die Wasserentnahme, ins Eis geschlagen werden musste. An der Brandbekämpfung beteiligten sich die Wehren aus Visquard, Jennelt und Greetsiel. Gegen 21:30 Uhr war der Brand unter Kontrolle und die auswärtigen Wehren konnten wieder abrücken. Eine Brandwache wurde die ganze Nacht gestellt und am nächsten Vormittag wurden die stark in Mitleidenschaft gezogenen Stroh- und Heuballen ausgefahren auf einen Platz in der Feldmark, wo sie gefahrlos ausbrennen konnten. Der Schaden wurde am nächsten Tag nach vorsichtiger Schätzung mit etwa 100 000 DM angegeben. In der Scheune befanden sich etwa 4.000 Ballen Stroh und Heu, aber auch landwirtschaftliche Geräte und Maschinen, die ein Opfer des Feuers wurden.

Am Mittwochnachmittag, den 2. August 1972, brannte eine Scheune auf dem Bauernhof von Stroman auf der Visquarder Meede zwischen Uiterstewehr und Appingen. Kurz vor 14:00 Uhr hatte dort ein Blitz in die Scheine des Anwesens eingeschlagen. Der Pächter des Hofes Berghout war zu diesem Zeitpunkt nicht zu Haus.

Der „Ostfriesischer Kurier“ berichtete am 4. August:

Nur dem Umstand, dass die Freiwillige Feuerwehr Visquard nur wenige Minuten nach dem Ausbruch des Feuers an der Unglücksstelle erschien und sofort die übrigen Gebäude absicherten, ist es zu verdanken, dass kein größerer Schaden entstand. An den Löscharbeiten beteiligten sich später die Freiwillige Feuerwehren aus Pewsum, Manslagt, Greetsiel und Pilsum. Das Mauerwerk der Scheune konnte durch den schnellen eingreifen gerettet werden. Die Polizei musste den Weg zur Einsatzstelle freihalten, da viele Schaulustige die Zufahrt blockierten. Menschen und Tiere kamen nicht zu Schaden und größere Gerätschaften blieben vom Feuer verschont. Die Löscharbeiten dauerten bis in den Abendstunden.

Anschließend musste das gesamte Heu aus der Scheune auf die umliegenden Wiesen gebracht werden. Der Kreisbrandschutzprüfer Specht schätzte den Gebäudeschaden damals auf rund 80.000,- DM und gab den geschätzten Inventarschaden an verbranntem Heu mit rund 3.000,- bis 4.000,- DM an. 18 Kameraden waren von der Wehr Visquard im Einsatz und leisteten insgesamt 234,5 Einsatzsunden.

Bei der Jahreshauptversammlung der Wehr am 29. Dezember 1972 wurde Menno Müller als Ortsbrandmeister einstimmig wieder gewählt. Auch sein Stellvertreter Menno Müller II wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt.

Ein weiterer Höhepunkt der Wehr Visquard war dann am 25. Mai 1973 die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses. An einen Sonnabendnachmittag wurde das Feuerwehrhaus offiziell an die Kameraden der Ortswehr Visquard übergeben.

Etwa 250.000 DM Schaden entstand beim Brand des Pachthofs Hermann Wiltfang (Besitzerin Gerda Fechter-Norden) in Visquard. Das Feuer brach kurz nach Mitternacht am Montag, den 30. Dezember 1974, aus und zerstörte den Wirtschaftteil des Hofes an der Dykhuser Straße 67. Die Flammen fanden in Heu und Strohvorräten reichlich Nahrung. Starker Nordwest-Wind schürte das Feuer und erschwerte den Einsatzkräften ihre Arbeit. Außerdem stellten umher fliegende Aluminium-Wellbleche, von der Dacheindeckung, eine Gefahr für die Wehrmänner da. Zuerst war die Freiwillige Feuerwehr Visquard an der Einsatzstelle. Dann wurde Großalarm ausgelöst und die Wehren aus Pewsum, Uttum, Jennelt, Canum, Eilsum und Groothusen trafen an der Einsatzstelle ein. Zusätzlich wurde die Feuerwehr aus Norden mit dem Gerätewagen und einem Lichtaggregat angefordert. Ortsbrandmeister Menno Müller leitete der Einsatz zusammen mit dem Gemeindebrandmeister Gerd de Voß aus Pewsum. Insgesamt waren 90 Feuerwehrmänner mit der Brandbekämpfung fieberhaft im Einsatz. Außerdem musste das aufgestellte Vieh, unter anderem allein 33 Bullen, ins Freie gebracht werden. Zum großen Glück stand der starke Wind gegen den Wohnbereich, andernfalls wäre auch dieses Gebäude des Hofes vermutlich nicht zu retten gewesen. Um 3:00 Uhr war der Brand unter Kontrolle. Als Brandwache blieben die Wehren Visquard und Jennelt vor Ort. Der Brandschutzprüfer des Landkreises Günther Specht, schätzte den Schaden am Gebäude auf etwa 150.000 DM und an verbrannten Inventar in dem Wirtschaftstrakt auf etwas weniger als 100.000 DM. Verbrannt sind ein Mähdrescher, zwei Trecker, ein Anhänger, 4000 Ballen Stroh 4000 Ballen Heu, einen Drillmaschine und mehrere Kleingeräte. Außerdem verbrannten mehrere Ferkel, Schweine und ein Bulle. Notgeschlachtet werden mussten 9 Schweine und 16 Ferkel, da diese Tiere starke Brandverletzungen erlitten. Brandursache war Brandstiftung wie sich später herausstellt.

Menno Müller II legte sein Amt als stellvertretender Ortsbrandmeister Anfang 1975 nieder. Als sein Nachfolger wurde Hilko de Vries gewählt.

Am Mittwochnachmittag, den 15. Januar 1975, wurde die Wehr Visquard zu einem Stall- und Scheunenbrand bei Landwirt D. Westermann alarmiert. Brandursache war hier fahrlässige Brandstiftung durch spielende Kinder. Kurz nach der Alarmierung, gegen 15:00 Uhr, traf die Visquarder Wehr ein. Zusätzlich wurden die Wehren aus Pewsum, Pilsum, Eilsum, Grimersum, Greetsiel und Canum zur Unterstützung angefordert. Insgesamt waren 60 Wehrmänner im Einsatz.

Nachbarschaftliche Löschhilfe leistete die Wehr Visquard, am 25. Januar 1975, beim Hofbrand in Middelstewehr bei Eilsum auf dem Anwesen des Landwirtes Siebo Müseler. Die Höhe des entstandenen Schadens lag bei etwa 350.000 DM. Mehrere Rinder verendeten im Feuer oder mussten geschlachtet werden. Unter den Tieren waren wertvolle Zuchtrinder und Bullen. Um kurz nach 1:15 Uhr wurden die Feuerwehren aus Eilsum, Greetsiel, Pewsum, Grimersum, Jennelt, Uttum, Visquard und Leybuchtpolder über Sirene alarmiert.

Am 26. Januar 1975 brannte die Feldscheune, vom Landwirt Georg Bussen, an der Ringstraße in Visquard. Brandursache war Brandstiftung.

Das Feuer brach gegen 20:10 Uhr aus und die Feuerwehren aus Visquard, Eilsum, Pewsum, Jennelt, Greetsiel, Pilsum, Canum und Grimersum waren schnell zur Stelle. Insgesamt wurden etwa 90 Feuerwehrmänner eingesetzt. Zwei in der Scheune abgestellte Trecker und Anhänger wurden fast unbeschädigt herausgeholt. Ein Anhänger wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen und es verbrannten etwa 500 Ballen Heu und landwirtschaftliche Geräte. Der Schaden wurde auf etwa 20.000 DM geschätzt. Bereits in den Abendstunden des 19. Januars wurde versucht, die Scheune vorsätzlich in Brand zu stecken. Der Täter wurde gestört und ergriff die Flucht. Der Brand wurde in letzter Minute von einem zufällig vorbeikommenden Spaziergänger gelöscht.

Der 2. Gemeindefeuerwehrtag der 18. Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Krummhörn fand 1976 in Visquard statt. Dies war das 40. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Visquard, das zusammen mit dem 50 jährigen Bestehen des Rasensportvereins Visquard gefeiert wurde. Der Bezirks- und Kreisbrandmeister Kröger zeichnete die Altersjubilare Hauptfeuerwehrmann Albert Eeten, Oberfeuerwehrmann Hinderk Müller und Löschmeister Peter Aissen aus Visquard für 40 jährige Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr aus.

Seit 1977 gehörte die Freiwillige Feuerwehr Visquard zur Kreisfeuerwehrbereitschaft Abschnitt Nord des Landkreises Aurich.

Am 17. Dezember 1978 verstarb der Alterskamerad Löschmeister Peter Aissen im Alter von 82 Jahren. Als Mitbegründer der Feuerwehr Visquard trat Aissen 1936 in die Wehr Visquard ein, und war 22 Jahre als Gemeindebrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Visquard tätig, bis Aissen sein Wohnort nach Rysum verlegte.

Am Dienstagabend, den 13. Februar 1979, leitete eisiger Ostwind in Böen bis zu Windstärke 10 in Ostfriesland eine Schneekatastrophe von seltenem Ausmaß ein. Haushohe Schneewehen blockierten die Straßen und führten zu einem totalen Chaos. Von der Bezirksregierung wurde ein generelles Fahrverbot verhängt, die Schulen wurden geschlossen. Als sich die Lage noch weiter verschärfte, wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Spätestens am Mittwochnachmittag „ging in Ostfriesland nichts mehr“.

Als sich das Wetter am Donnerstag, den 15. Februar 1979, etwas beruhigt und das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar wurde, griffen die Bürger zur Selbsthilfe. Da die Dorfbewohner von der Außenwelt abgeschnitten und auf sich selbst gestellt waren, griffen sie zur Schaufel und sagten dem Schnee den Kampf an.

Die Feuerwehr Visquard und andere Helfer, darunter einige Landwirte mit schwerem Gerät, waren tagelang im Einsatz. Bei Landwirt Bunjes brach das Dach des Hofes unter der schweren Schneelast ein. Fast 100 Stück Vieh wurden in der Scheune begraben und mussten durch harte Arbeit freigeschaufelt werden. Das Vieh wurde aus dem Stall geborgen und musste bei anderen Landwirten untergestellt werden. Außerdem musste die Hühnerfarm mit Futtermittel aus Pewsum versorgt werden und ein Landeplatz für einen Rettungshubschrauber wurde angelegt und gekennzeichnet. Am Sonnabendnachmittag musste ein Kind in das Krankenhaus Norden geflogen werden.

Die Einweisung der Bergepanzer, die sich langsam zu den Dörfern durchgearbeitet hatten, wurden in Visquard, vom Ortsbrandmeister Menno Müller übernommen. Die Bundeswehr setzte zur Schneeräumung weiteres schweres Gerät ein und die Besatzung der Bergepanzer und der Radlader wurden von der Bevölkerung wie Befreier empfangen. Bundeswehrhubschrauber absolvierten Versorgungsflüge, Brot und andere Lebensmittel, aber auch Medikamente wurden zu abgeschnittenen Ortschaften und Höfen geflogen und Krankentransportflüge wurden durchgeführt.

Erst am Sonntag, den 18. Februar 1979, entschärfte sich die Lage allmählich. Das Fahrverbot wurde am 21. Februar aufgehoben. Anschließend als die Schneeschmelze eintrat, wurden einige Ortsteile in Visquard überschwemmt. In Visquard war der Schnee mit am höchsten verweht, entsprechend groß war die Masse, die zu Wasser wurde. Mit Baggerhilfe wurde versucht, das Eis auf den Gräben und Sieltiefen aufzubrechen. Besonders schlimm war die Lage am Immenweg und auf Bummert an der Dykhuser Straße. Die Feuerwehr musste überflutete Keller und Gräben Leerpumpen.

Die Nebenscheune des Landwirtes Philip Heeren wurde bei einem Brand, am 22. September 1979, völlig vernichtet. Alle landwirtschaftlichen Maschinen, der gesamte Stroh- und Heuvorrat, sowie zwei wertvolle Zuchtstuten und ein Pony, fielen den Flammen zum Opfer. Durch den Brand wurden drei Trecker, ein Mähdrescher, ein Kreiselmäher, eine Presse, einige Anhänger und vieles mehr vernichtet. Der Schaden wurde von der Kriminalpolizei auf etwa 400. 000 DM geschätzt, und es wurde Brandstiftung vermutet. Gegen 22:00 Uhr bemerkte am Sonnabendabend ein Nachbar des Heerenschen Hofes den Brand in der Scheune. Sofort wurde die Visquarder Feuerwehr alarmiert, die wenig später am Brandort eintraf.

Trotz des schnellen Eingreifens der Wehrleute, konnte nicht verhindert werden, dass die gesamte Scheune abbrannte. Zur Unterstützung wurde die Pewsumer Feuerwehr gerufen, die sich ebenfalls sofort auf den Weg machten. Zahlreiche Schaulustige verhinderten aber ein schnelles Eingreifen der Wehr Pewsum. Ein PKW stand direkt auf der Kreuzung zweier Wirtschaftswege und machte dem Feuerwehrfahrzeug keinen Platz. Insgesamt waren 45 Wehrmänner im Brandeinsatz. Der Brand war nach zwei Stunden unter Kontrolle und Hof und Wohngebäude konnte vor den Flammen geschützt werden. Die Visquarder Wehrmänner, die in der Nacht die Brandwache hielten, begannen am Sonntag gegen 10:00 Uhr mit dem Ausfahren der Geräte und des Heues und Strohs.

Fünf Wehren waren am Sonntagabend, den 28.10.1979 in Eilsum im Einsatz. Um 22:30 Uhr wurde der Alarm über Sirenen in Eilsum ausgelöst. 60 Männer der Feuerwehren aus Eilsum, Grimersum, Visquard, Uttum und Greetsiel wurden zum Einsatzort, ein ehemaliges Bauernhaus in Hösingwehr bei Eilsum alarmiert. Die Flammen, die aus dem brennenden Vorderhaus schlugen, waren weithin sichtbar. Die mit Blaulicht und Signalhorn herbeieilenden Feuerwehrfahrzeuge lockten sofort neugierige Bewohner auf die Straße. Nach einer Stunde hatte die Feuerwehren das Feuer unter Kontrolle, und es wurde versucht, ein übergreifen der Flammen auf die Scheune zu verhindern. Die Eilsumer Wehrmänner hielten die ganze Nacht Brandwache und wurden auch am Montagmorgen noch einmal gerufen weil Kripobeamte erneut Rauchbildung bemerkten.

Bei der Dienstversammlung der Wehr am 27.12.1979 wurde Reinhard Spannhoff zu stellvertretenden Ortsbrandmeister gewählt. Sein Vorgänger Hilko de Vries trat von diesem Ehrenamt zurück.

Auf Anordnung des Landkreises Aurich mit Außenstelle Norden, wurden am 20. und am 21. März 1980 die am Mast installierten Sirenen bei Casjen Baumann und die Sirene auf den Dach des Gebäudes von Johann Büscher abmontiert. Für einige Zeit konnte die Wehr Visquard nicht mehr über Sirene alarmiert werden. Später wurde eine Sirene, am Mast installiert, auf dem Grundstück von Andreas Tjarks aufgestellt.

Seit 1980 ist das Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Visquard mit einem Funkgerät ausgerüstet.

Ortsbrandmeister Menno Müller legte zum 31. Dezember 1981 sein Amt nieder. Ortsbrandmeister Menno Müller war insgesamt 19 Jahre Gemeindebrandmeister und später, nach der Gebietsreform, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Visquard. Unter seiner Führung wurden zahlreiche Großbrände bekämpft. In seiner Dienstzeit wurde ein neues Fahrzeug beschafft und das neue Feuerwehrgerätehaus fertig gestellt. Bei der Dienstversammlung am 5. Dezember 1981 wurde Feuerwehrmann Albrecht de Vries, von den aktiven Kameraden der Wehr Visquard, als Nachfolger für Menno Müller gewählt. Als stellvertretender Ortsbrandmeister wurde Reinhard Spannhoff gewählt. Das Amt des Ortsbrandmeisters trat de Vries am 1. Januar 1982 zunächst kommissarisch an. Am 1. April 1983 wurde de Vries, als alle erforderlichen Lehrgänge absolviert wurden, als Ortsbrandmeister der Wehr Visquard ernannt. Menno Müller trat ab 1. Januar 1982 in die Altersabteilung der Wehr über.

Am 7. März und am 2. April 1983 wurde das Osterfeuer am Manslagter Weg verfrüht angezündet und die Feuerwehr Visquard wurde alarmiert. Durch zum Teil böigen Wind war bei beiden Einsätzen das landwirtschaftliche Gebäude von Groenewold am Escherweg durch starken Funkenflug gefährdet. Hinsichtlich des Osterfeuers wurde mit dem Ortsvorsteher vereinbart, dass die Freiwilligen Feuerwehr Visquard den Einwohnern der Ortschaft Visquard anbot, am Ostersamstag das Brennmaterial bei jedem Haushalt abzuholen. Seit 1984 stehen am Ostersamstag um 7:00 Uhr beim Feuerwehrhaus die Feuerwehrmitglieder und viele freiwillige Helfer, sowie einige Landwirte mit ihrem Gerät, bereit um das Osterfeuer zusammen zu fahren.

Als Nachfolger von Reinhard Spannhoff wurde, bei der Dienstversammlung am 12. April 1984, Siegfried Bruns zum neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister gewählt.

Am 12. August 1984, holte sich die Schnelligkeitsgruppe, mit einer Zeit von 61,6 Sekunden, zum ersten Mal beim Gemeindefeuerwehrtag, von 17 teilnehmenden Wehren, den ersten Platz und so mit dem Gemeindepokal.

Die Schnelligkeitsgruppe holte sich in Loquard, am 16. Juni 1985, beim Gemeindefeuerwehrtag zum zweiten Mal den Gemeindewanderpokal mit einer Übungszeit von unter 60 Sekunden.

Im Jahr 1986 feierte die Freiwilligen Feuerwehr Visquard ihr 50 -jähriges Jubiläum. Die Feier mit einem bunten Rahmenprogramm dauerte eine Woche, vom 20. bis zum 27. Juli, und wurde von der Bevölkerung und von dem zahlreichen Gästen sehr gut angenommen.

Die offizielle Jubiläumsfeier mit vielen Gästen fand am Sonntagvormittag, dem 27. Juli, im Festzelt statt. Besonders geehrt mit dem goldenen Niedersächsischen Feuerwehr – Ehrenzeichen für 40 jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Visquard, wurden die Kameraden Enno Eeten, Johann Jürrens, Menno Müller, Daniel Rohdmann, Dirk de Vries, Gerd de Vries und Hilko de Vries. Die Auszeichnung der verdienten Kameraden führte der Kreisbrandmeister Walter Wolf durch. Die Teilnahme der Visquarder Bevölkerung war enorm und daher wird dieses Fest der Freiwilligen Feuerwehr Visquard noch allen Beteiligten lange in guter Erinnerung bleiben.

Im April 1987 wurden die Arbeiten am Feuerwehrhaus fertig gestellt. Zuerst wurde die Leichenhalle in den Glockenturm der Kirche verlegt. Hier erbrachten die Visquarder Wehrmänner und freiwillige Helfer insgesamt 520 Arbeitsstunden. Anschließend konnte das Feuerwehrgerätehaus in Angriff genommen werden. Hierzu waren für die Arbeiten 1580 Stunden an ehrenamtliche Tätigkeit notwendig.

Am 4. April 1987 wurde im Rahmen einer Feierstunde das erweiterte und umgebaute Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Nach der Begrüßung bedankte sich der Ortsbrandmeister Albrecht de Vries für die Bereitstellung der finanziellen Mittel in Höhe von 15.600 DM durch die Gemeinde Krummhörn.

Am 11. Oktober 1986 wurde mit dem Bauarbeiten begonnen und bereits Mitte Dezember waren die Bauarbeiten erledigt. Voraussetzung für die Realisierung des Um- und Anbaus war, dass die Leichenhalle, die direkt am Feuerwehrhaus angebaut war, in den Glockenturm der Kirche verlegt wurde. Der so frei gewordene Raum, und ein weiterer Anbau, wurden in das Feuerwehrhaus integriert. Dadurch wurden der Mannschaftsraum und der Toilettenbereich wesentlich vergrößert, und außerdem erhielt die Wehr Platz für eine Küche. Wie schon erwähnt, wurden alle Arbeiten ehrenamtlich durchgeführt. Besonders bedankte sich der Ortsbrandmeister beim ehemaligen Ortsvorsteher Casjen Baumann, der einen wesentlichen Anteil an der Realisierung des Bauobjektes hatte.

Am 7. Februar 1988 wurden die Wehren aus Visquard und Pewsum zu einem Verkehrsunfall bei Dykhusen alarmiert. Ein PKW mit zwei Insassen war von der Fahrbahn abgekommen und in einem Teich gelandet. Eine schwerverletzte Person musste aus dem Fahrzeug geborgen werden. Auch der Rettungshubschrauber Christoph 26 war im Einsatz, um die verletzte Person ins Krankenhaus nach Aurich zu fliegen. Die Feuerwehr Visquard war mit 16 und die Wehr aus Pewsum mit 15 Feuerwehrleuten im Einsatz.

Die feierliche Übergabe der neuen TS 8/8 erfolgte am 29. Juni 1990. Die Tragkraftspritze, mit Halbautomatik, von der Firma Ziegler mit VW-Motor kostete 13.000 DM. Die alte TS 8/8 Baujahr 1958 wurde von der Gemeinde Krummhörn für 300 DM erworben und ist noch heute im Besitz der Feuerwehr Visquard.

Ein weiteres Mal wurde die Feuerwehr am 7. Mai 1991 alarmiert. Der Brand an der Dykhuser Straße 38 in Visquard brach gegen 9:00 Uhr aus. Beim Eintreffen der Feuerwehren stand das Dachgeschoss bereits in hellen Flammen. Sofort versuchte man mir Atemschutzgeräten in das Gebäude einzudringen. Die Visquard Wehr baute inzwischen rasch die Wasserversorgung auf, um die lodernden Flammen einzudämmen und zu löschen. Die Männer der Feuerwehr fanden im Gebäude keine Personen mehr. Im Einsatz waren 35 Kräfte und 5 Fahrzeuge der Ortsfeuerwehren aus Visquard, Greetsiel und Eilsum die über Sirene alarmiert wurden. Die Löscharbeiten dauerten etwa 2 Stunden. Der Dachstuhl des Wohnhauses war nicht mehr zu retten und brannte völlig aus. Im Erdgeschoss gingen durch die starke Hitzeentwicklung Fensterscheiben zu Bruch, und das Inventar wurde durch die starke Rauchentwicklung vollständig vernichtet. Ein Anbau konnte vor den Flammen gerettet werden.

Am 1. Februar 1992, bei einer Jahreshauptversammlung, legte Siegfried Bruns sein Ehrenamt als stellvertretender Ortsbrandmeister nieder. Sein Nachfolger wurde Hauptfeuerwehrmann Gerhard Janssen.

Die Wettkampfgruppe der Wehr holte sich am 24. Mai in Manslagt beim Gemeindefeuerwehrtag den Gemeindewanderpokal. Dieser Wanderpokal wurde zum 3. Mal gewonnen und bleibt somit endgültig in Visquard.

Ein Dachstuhlbrand infolge eines Blitzschlages in der Doppelthaushälfte von Peter Janssen an der Dykhuser Straße in Visquard wurde am 21. Mai 1993 bekämpft. Hier waren außer Visquard die Wehren aus Greetsiel und Eilsum im Einsatz. Insgesamt 47 Wehrleute bekämpften, zum Teil unter Atemschutz den Brand. Eigene Löschversuche des Eigentümers halfen größeren Schaden zu verhindern. Das in Brand geratene Dach wurde wieder abgedichtet.

Das Tragkraftspritzenfahrzeug der Wehr Visquard wurde im Oktober 1993 stillgelegt. Das Fahrzeug erhielt keine TÜV- Abnahme mehr und eine Reparatur am Fahrzeug wurde zu teuer. Im Alarmfall stand ein Traktor von Landwirt Alwin de Vries bereit um das Fahrzeug zum Einsatzort zu transportieren. Das alte TSF Ford-Transit war vom Baujahr 1966 und hatte eine Laufleistung von 27.500 Km.

Am 7. Mai 1994 wurde das neue Tragkraftspritzenfahrzeug VW LT 31 von der Firma Ziegler (aus Giengen/ Benz) im Wert von 73.000 DM durch die Gemeinde Krummhörn übergeben.

Am 27. April 1995 erhielt die Ortswehr Visquard fünf neue Funkmeldeempfänger, somit verfügte man über insgesamt 10 Funkmeldeempfänger. Später wurden fünf weitere Funkmeldeempfänger für die Wehr Visquard angeschafft. Damit entfiel die Alarmierung über die Alarmsirene. Kurze Zeit später wurde die letzte in Visquard vorhandene Sirene komplett abgebaut.

Vom 20. bis zum 23. Juni 1996 feierte die Freiwilligen Feuerwehr Visquard ihr 60 -jähriges Bestehen. Für 50 Jahre Freiwilligen Feuerwehr Visquard wurden die Kameraden Enno Eeten, Johann Jürrens, Menno Müller, Daniel Rohdmann, Dirk de Vries und Hilko de Vries geehrt.

Am frühen Sonnabendnachmittag des 31. August 1996 war ein Trecker im Scheunenteil eines Gulfhofs von E. Smit auf Dykhusen in Brand geraten. Durch schnelles Eingreifen der Ortswehr aus Visquard mit Unterstützung der Wehren aus Eilsum und Greetsiel konnte der Brand gelöscht werden, bevor die Flammen auf weitere Geräte, Heu, Stroh und das Gebäude übergreifen konnten. Der Traktor brannte völlig aus.

Die Scheune des landwirtschaftlichen Betriebes von Götz in Visquard / Dykhusen fiel in der Nacht vom 4. zum 5. Dezember 1996 den Flammen zum Opfer. Das Feuer, das sich kurz vor Mitternacht entwickelt hatte, vernichtete das Gebäude mit den darin befindlichen landwirtschaftlichen Geräten und Stroh fast vollständig. Die Polizei ging von einem Schaden von rund 100.000 DM aus und vermutete Brandstiftung. Ein Übergreifen auf das Hauptgebäude konnte von den Feuerwehren aus Visquard, Greetsiel und Eilsum verhindert werden.

Im Jahr 2000 wurde erstmalig in der Geschichte der Wehr Feuerwehrfrauen in den aktiven Dienst aufgenommen.

Bei der Jahreshauptversammlung der Wehr Visquard, am 3. März 2001 wurde Ortsbrandmeister Albrecht de Vries für weitere 6 Jahre gewählt. Zum stellvertretenden Ortsbrandmeister wurde Menhard Eeten gewählt. Menhard Eeten der bei der Versammlung zum Hauptfeuerwehrmann befördert wurde, trat damit die Nachfolge von Gerhard Janssen an. Janssen führte das Ehrenamt des stellvertretenden Ortsbrandmeisters 9 Jahre lang aus.

Bei der Dienstversammlung am 30. Juni 2001 wurde Menhard Eeten zum Jugendfeuerwehrwart der Jugendfeuerwehr Visquard gewählt.

Am Sonnabend, dem 22. September 2001, fand im Rahmen eines Aktionsnachmittags, die offizielle Gründungsfeier der Jugendfeuerwehr Visquard statt. Die Anlaufphase der Visquarder Jugendfeuerwehr hatte bereits im März 2000 begonnen. Jugendliche aus Visquard taten sich zunächst mit der Jugendfeuerwehr Grimersum zu einer gemeinsamen Gruppe zusammen. Am 15. Mai 2000 stellten die Verantwortlichen der Ortswehr Visquard bei der Gemeinde den Antrag auf Gründung einer Jugendfeuerwehr Im Januar 2001 gab der Feuerschutzausschuss schließlich grünes Licht. Die Jugendfeuerwehr Visquard „stand“.

Am Diensttag, den 20. August 2002, erreichten 127 Feuerwehrmänner und vier Feuerwehrfrauen der Kreisfeuerwehrbereitschaft Aurich, Abschnitt Nord, der Voralarm an ihrem Arbeitsplatz. Sie sollten sich für einen Einsatz im Hochwassergebiet an der Elbe bereithalten. Am Donnerstagmittag erfolgte dann der Alarm für die Kreisfeuerwehrbereitschaft.

Am Freitag, den 23. August ging’s los: Im Konvoi fuhren 16 Feuerwehrfahrzeuge und ein Bereitschaftswagen der Ortsgruppe Hage / Großheide des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) um 13:30 Uhr von Georgsheil aus nach Amt Neuhaus. Um 20:50 Uhr wurde das Einsatzgebiet erreicht und die Einsatzkräfte wurden sofort nach Pommau geschickt. Dort lösten die Ostfriesen aus dem Altkreis Norden ihre Kameraden vom Abschnitt Süd (Altkreis Aurich) ab und übernahmen unverzüglich deren Aufgaben. Bis 2:30 Uhr wurde die Binnendeich-Böschung mit Sandsäcken verstärkt. Anschließend erfolgte die Nachtruhe in dem mit über 300 Großraumzelten ausgestatteten Zeltlagen. Nach dem Wecken um 6:00 Uhr wurde gemeinsam gefrühstückt.

Auf den Binnendeichen in Viehle wurden fünf Meter breite Kunststoffbahnen (Vliese) verlegt und mit Sandsäcken beschwert. Die Vliese wurden in drei Schichten übereinander gelegt, um den Deich Halt zu geben. Überall drang aus dem Deichkörper Sickerwasser, auch „Qualmwasser“ genannt. Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWK) setzten die sturmfluterprobten Ostfriesen an den Schwachstellen des überholungsbedürftigen Systems ein, wo die Deiche hundert Jahre alt und entsprechend marode sind. Wegen der aufgeweichten und nicht mehr befahrbaren Binnendeichflächen und fehlender Deichsicherungswege sind die Sandsäcke per Schiff an die gefährdeten Teilstücke transportiert worden. Sobald Schiff und Schute vorm Deich lagen, legten die Feuerwehrleute Stege zur Schute und kletterten darauf. Die Einsatzkräfte haben dann die Sandsäcke aus den Schuten geholt und als Menschenkette über die Deiche gehievt. An Bord von einer Schute waren ca. 100 Tonnen Fracht - 20.000 neue Sandsäcke zum Kampf gegen das Hochwasser. Am Sonntag wurden in Neu-Bleckede Binnendeiche Deichriegel gebaut, die Sandsäcke mussten so gestapelt werden, dass sie ein Gegengewicht zum Hochwasser bildeten, das mit Macht auf das Deich drückte. Bei der Arbeit standen die Feuerwehrkameradinnen und Kameraden drei bis vier Meter unterhalb des Wasserspiegels der Elbe. Daher mussten die Einsatzkräfte sehr vorsichtig arbeiten, um den Deich nicht unnötig zu erschüttern. Zudem litten die über 6000 Helfer im Amt Neuhaus unter der brütenden Hitze und Myriaden von Mücken.

Nachdem die Hochwasserpegelstände an der Elbe weiter fielen, rückten am Montagmorgen die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehrkreisbereitschaft Abschnitt Nord wieder ab, zurück in ihre Heimat. Am späten Nachmittag in Visquard angekommen, wurden die Kameraden der Wehr Visquard von ihren Familien und der Ortsvorsteherin Mathilde Müller im Feuerwehrhaus herzlich empfangen. Von der Wehr Visquard nahmen die Kameraden Albrecht de Vries, Menhard Eeten, Gerhard Janssen, Harm Eeten, Walter Müller, Erwin Eeten, Manfred Eeten und Arnold Tjarks am Einsatz an der Elbe teil und alle Kameraden erhielten hierfür die Elbeflut - Medaille.

Am Sonnabendnachmittag, den 7. 2002 September, besuchten 14 Feuerwehrmitglieder den Kreisfeuerwehrverbandstage in Campen. An der Delegiertentagung nahmen der Ortsbrandmeister und sein Stellvertreter teil. Gerade als die Gastredner bei der Veranstaltung, um etwa 16:20 Uhr, ihre Ansprache beginnen wollte, ging der erste Alarm für die Feuerwehren los. Grund des Alarmes war ein Scheunenbrand der Familie Herlyn im Ortskern von Grimersum. Obwohl die Wehren schnell vor Ort waren, gab es keine Rettung mehr für die Scheune. Die Scheune war nicht mit dem Wohnhaus verbunden, stand aber mitten im Dorf. Die Gassen sind eng, ein übergreifen auf andere Wohnhäuser wäre leicht möglich gewesen.

Das aber verhinderten die Wehren aus Grimersum, Eilsum, Visquard, Greetsiel, Jennelt und Norden. Die Scheune war vor allem mit Heu und Stroh und Getreide gefüllt. Außerdem befand sich dort ein einzelnes Kalb, das nicht gerettet werden konnte. Den Sachschaden bezifferte die Polizei am nächsten Tag auf rund 100.000 Euro. Insgesamt waren 80 Feuerwehrleute im Einsatz. Kurz nach 22:00 Uhr erreichte die Feuerwehr der nächste Alarm, diesmal aus dem anderthalb Kilometer von Grimersum entfernten Eilsum.

Dort brannte der Scheunenbereich eines Gulfhofes, der an einem Uttumer Landwirt verpachtet ist. Die Grimersumer und Eilsumer Feuerwehren waren noch in Grimersum mit dem Ausfahren und Ablöschen der Erntevorräte beschäftigt. Die Scheune in Eilsum brannte fast vollständig ab. Ein Übergreifen auf das benachbarte Wohnhaus konnte aber verhindert werden. Der Sachschaden in Eilsum betrug nach Schätzung der Polizei etwa 200.000 Euro. In der Scheune waren Erntevorräte und Geräte gelagert. Nach den Löscharbeiten wurde noch in der Nacht damit begonnen, das Gebäude mit einem Bagger auszuräumen. Die Arbeiten dauerten bis in den Morgen an. Für die Versorgung der insgesamt rund 153 Feuerwehrleute sorgte das Deutsche Rote Kreuz aus Pewsum.

Außer der Eilsumer Feuerwehr waren die Wehren Greetsiel, Pewsum, Grimersum, Canum, Visquard, Uttum, zusätzlich angefordert. Die Norder waren mit der Drehleiter, dem Rüstwagen und dem Einsatzleitwagen vor Ort. Später wurde auch der Norder Lichtmastanhänger nach Eilsum gebracht. Für die 13 eingesetzten Kameradinnen und Kameraden der Wehr Visquard war der Einsatz um etwa 3:30 Uhr am Sonntagmorgen beendet.

An die Gemeinde Krummhörn wurde am 15. März 2001 ein Antrag über die Erneuerung der Heizungsanlage im Feuerwehrhaus Visquard gestellt. Anfang März 2003 beschloss der Feuerschutzausschuss der Gemeinde Krummhörn, dass die Elektro-Heizöfen im Feuerwehrhaus Visquard durch eine Gasheizung erneuert wird. Die Ausschreibung über den Auftrag erfolgte dann im Oktober 2003. Die Arbeiten wurden dann am 3. November 2003 in Angriff genommen und bereits am 14. November 2003 fertig gestellt. Die gesamten Arbeiten wurden in Eigenleistung von den Visquarder Feuerwehrleute erstellt. Anschließend wurden, bedingt durch die Bauarbeiten, noch Renovierungsarbeiten im Feuerwehrhaus durchgeführt.

Im Jahre 2003 hat die Wehr erstmals mit Andre’ Janssen ein Mitglied der Visquarder Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst übernommen.

Völlig zerstört wurde die Nebenscheune des Bauernhofes von Westermann am Meedeweg in Visquard in der Nacht zum Sonntag den 4. April 2004. In der Scheune lagerten zirka 200 Großballen Stroh. Die Feuerwehren aus Visquard, Eilsum, Pewsum, Greetsiel, Jennelt, und Uttum rückten gegen 1:00 Uhr mit 111 Mann aus. Nach etwa 1 Stunde hatten die Wehren das Feuer unter Kontrolle. Es gelang den Wehren, ein Übergreifen der Flammen auf einem Dieseltank und auf das Wohnhaus zu verhindern. Die Heu und Strohballen wurden mit einem Bagger aus der Scheune herausgeholt. Zur Versorgung der Feuerwehrleute wurde auch das DRK angefordert. Gegen Mittag wurde der Einsatz bei Westermann beendet.

Im Jahre 2005 wurde Gerhard Janssen zum Zugführer des 4. Zuges gewählt. Zum 4. Zug gehörten die Wehren aus Eilsum, Grimersum, Jennelt, Uttum und Visquard.

Anfang 2006 lebten in Visquard 751 Einwohner.

 Mit Beginn des Jahres 2006 griff die neue Feuerwehrstruktur der Krummhörner Gemeindefeuerwehr. Der Rat der Gemeinde Krummhörn ernannte im Dezember 2005 die Ortsbrandmeister und deren Stellvertreter. Daher wurde Gerhard Janssen zum 2. Stellvertretenden Ortsbrandmeister der Feuerwehr Visquard ernannt. Aus den bisherigen 18 Feuerwehren entstanden 8 Doppelfeuerwehren und die Wehren Greetsiel und Visquard blieben wie bisher eigenständig. Die Freiwillige Feuerwehr Visquard ist weiterhin für die Brandbekämpfung zuständig, mit der Spezialisierung für Sturmschäden. Alle 10 Feuerwehren werden jetzt mit einem Ortsbrandmeister und jeweils den 1. und den 2. Stellvertretenden Ortsbrandmeister geführt.

In Grimersum fand am 17. Juni 2006 der Gemeindejugendfeuerwehrtag statt. Alle 2 Jahre wird in der Krummhörn der Gemeindejugendfeuerwehrtag veranstaltet. In insgesamt zehn Spielen traten sieben Jugendfeuerwehren aus der Krummhörn gegeneinander an. Am Ende der zehn Spiele hatten die Jungen und Mädchen aus Visquard die meisten Punkte auf ihr Konto gesammelt. Dicht gefolgt von der Jugendfeuerwehr aus Pewsum und dem Ausrichter aus Grimersum.

Eine Übung des 4. Zuges fand am 2006 in Uttum statt. Zugführer Gerhard Janssen aus Visquard leitete die Übung an der auch der Gemeindebrandmeister Joachim Harberts als Beobachter teilnahm. Mit 64 Feuerwehrleuten waren die Wehren aus Eilsum, Grimersum, Jennelt, Uttum und Visquard ausgerückt.

Die Freiwillige Feuerwehr Visquard feierte vom 2. Juli bis zum 9. Juli 2006 ihr 70-jähriges Bestehen. Eine Woche lang gab es ein buntes Programm mit Aktionen, Wettkämpfen, Spiel, Spaß und Musik. Außerdem fand der Gemeindefeuerwehrtag in Visquard statt. Schon bevor das Fest zum 70–jährigen Bestehen offiziell eröffnet wurde, fanden sich am Sonntag zahlreiche Bewohner und Feuerwehrleute zum Gottesdienst in der Visquarder Kirche ein.

Die Feuerwehren des 4. Zuges, bestehend aus den Wehren Eilsum-Grimersum, Jennelt-Uttum und Visquard, unter Leitung von Zugführer Gerhard Janssen simulierten einen Brandeinsatz im Kindergarten. Mit einer groß angelegten Übung, bei dem die Kindergärtnerin und elf Kinder gerettet werden mussten, wurde das Feuerwehrfest am Donnerstag, dem 6. Juli 2006 fortgesetzt. Viele Kinder hatten sich extra Brandwunden schminken lassen und spielten ganz professionell die Schwerverletzten, die vom DRK Pewsum vor Ort versorgt wurden. Nach der Übung konnten sich dann alle Interessierten bei der großen Geräteschau über die Einsatzfahrzeuge der verschiedenen Feuerwehren aus der Krummhörn, Emden und Norden informieren. Eine Attraktion stellte dabei der Drehleiterwagen der Feuerwehr Norden.

Am Freitagabend stand ein Heimatabend im Festzelt Lenzner auf dem Programm. Den sehr gut besuchten Heimatabend gestalteten Harm Dröög (Frank Baumann), Die Vagabunden, die Freepsumer Meersänger und der Pilsumer Posaunenchor.

Der Samstag stand ganz im Zeichen des 32. Gemeindefeuertages. So trafen sich am Nachmittag die Feuerwehren und Abordnungen vom DRK, Schützenverein Krummhörn und aus den Bereich Verwaltung und Politik, zum Werbemarsch durch Visquard. Die Visquarder Senioren wurde mit einer Pferdekutsche durch das Dorf gefahren.

Anschließend folgte einer Veranstaltung um die Jugendflamme Stufe I der Jugendfeuerwehr Krummhörn. Dafür wurden die Jugendlichen in Schlauchkunde, Erste Hilfe oder im korrekten Absetzen eines Notrufes geprüft. Die Übergabe der Jugendflamme I erfolgte dann während der Delegiertentagung im Festzelt.

Auf der Delegiertentagung des 32. Gemeindefeuertages in Visquard unter Leitung von Gemeindebrandmeister Joachim Harberts standen Rechenschaftsberichte, Neuwahlen und Beförderungen auf der Tagesordnung. Gerhard Janssen wurde als Zugführer des 4. Zuges in seinem Amt von den Delegierten bestätigt.

Die Ehrungsveranstaltung zum 70-jährigen Bestehen der Feuerwehr Visquard fand am Sonntagvormittag im Festzelt statt. Die Festrede hielt der ehemalige Bürgermeister Visquards und ehemaliger Mitglied des deutschen Bundestages Carl Ewen. Für besondere Verdienste um das ostfriesische Feuerwehrwesen ist der Visquarder Ortsbrandmeister Albrecht de Vries mit der Ehrennadel der ostfriesischen Feuerwehren ausgezeichnet worden.

Regierungsbrandmeister Arnold Eyhusen überreichte die Auszeichnung anlässlich der Feier zum 70-jährigen Bestehen der Ortswehr Visquard am 9. Juli 2006. De Vries ist seit fast 25 Jahren im Amt und damit der Dienstältester Ortsbrandmeister innerhalb der Gemeinde Krummhörn. Als de Vries antrat, war er der jüngste Ortsbrandmeister in der Gemeinde.

Für 6o Jahre Feuerwehrmitgliedschaft sind die Hauptfeuerwehrmänner Enno Eeten, Dirk de Vries, Hilko de Vries, Johann Jürrens und der Oberlöschmeister Menno Müller aus der Feuerwehr Visquard von Regierungsbrandmeister Arnold Eyhusen, besonders ausgezeichnet worden. Alle erhielten Abzeichen und Urkunden für sechs Jahrzehnte Dienst vom Landesfeuerwehrverband Niedersachsen.

32 Feuerwehrleute und Mitglieder der Jugendfeuerwehr Visquard besuchten am 12. August 2006 die Feuerwehrwache „Eiserne Hand 45“ in Essen. Die Visquarder folgten der Einladung eines Esseners Berufsfeuerwehrmannes der in Visquard seinen 2. Wohnsitz hat. Beim „Tag der offenen Tür“ auf der Hauptwache informierte die Berufsfeuerwehr, die Jugendfeuerwehr wie auch dir Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Essen mit Übungen, Ausstellungen und Info- Ständen über Neuigkeiten aus dem Feuerwehr-Alltag. Für Fragen rund um die Feuerwehr und Rettungsdienst standen zu jeder Zeit des Besuches kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.

Die aktiven Mitglieder Freiwillige Feuerwehr Visquard nahmen an einer Katastrophenschutz-Übung mit rund 200 Beteiligten von Feuerwehr, THW, DRK und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) teil. Die Übung fand am 23. September 2006 im Greetsieler Yachthafen statt. Die Einsatzkräfte übten in verschiedenen Stationen mit Ölbekämpfungsgeräten des NLWKN. Diese Geräte kommen zum Einsatz, wenn nach Unfällen an der Küste und in den Tidegewässern Schadstoffe ausgetreten sind. In Greetsiel mussten die Einsatzkräfte am Sonnabend in zwei Schichten jeweils sechs Stationen mit verschiedenen Gerätschaften durchlaufen. Wie im Ernstfall auch kümmerte sich das DRK um die Verpflegung und stellte die Erste-Hilfe Versorgung der Einsatzkräfte sicher.

Glück im Unglück hatte in Visquard-Dykhusen der Landwirt F. Smit. Am späten Sonntagabend, dem 24. September 2006, waren zwei große Strohballen in Brand geraten. Da das Feuer rechtzeitig entdeckt wurde, richtete es keinen größeren Schaden an. Alarmiert worden waren die Krummhörner Wehren aus Visquard, Eilsum-Grimersum und Greetsiel gegen 22 Uhr. 52 Feuerwehrleute waren vor Ort, die Greetsieler Wehr brauchte nicht mehr einzugreifen. Bevor das Feuer auf die Scheune übergreifen konnte, war es gelungen, die zwei Strohgroßballen nach draußen zu bringen und dort abzulöschen. Das Gebäude blieb deshalb unbeschädigt und es entstand nur geringer Sachschaden. Einige Feuerwehrleute wurden mit schwerem Atemschutzgerät eingesetzt.

Im September 2006 erhielt die Wehr ein Löschfahrzeug (LF 8) Baujahr 1982 von der Emder Feuerwehr. Das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) wurde an die Wehr Jennelt-Uttum übergeben, von der Wehr Campen-Upleward kam eine gebrauchte TS 8/8 nach Visquard. Visquard erhielt Kettensägen mit Zubehör, darunter auch ein Mehrzweckzug und Material zum Absichern einer Einsatzstelle. Selber angeschafft hat sich die Wehr einen gebrauchten Stromerzeuger mit Lichtstrahlern, 2 Kabeltrommeln und Stativ zum Ausleuchten einer Einsatzstelle. Die Übergabe der Geräte und der Fahrzeuge wurde mit den Feuerwehren aus Jennelt-Uttum, Eilsum-Grimersum und Campen-Upleward am 2.Oktober 2006 im Feuerwehrhaus Visquard gefeiert.

Am 1. November 2006 erreichte ein Orkan bis zu 156 Stundenkilometer. Das Sturmtief „Britta“ hat in Norddeutschland große Schäden angerichtet und der niedersächsischen Küste eine der schwersten Sturmfluten seit hundert Jahren beschert. Für die Feuerwehr Visquard die sich im Bereich des 4. Zuges in den Ortschaften Eilsum, Grimersum, Jennelt, Uttum und Visquard auf Sturmschäden spezialisiert hatte, kam es zur ersten Bewährungsprobe. In Grimersum, Uttum, Jennelt und Visquard musste die Wehr ausrücken um umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste von der Fahrbahn zu räumen.

Im aktiven Dienst betätigen sich im März 2007 26 männliche und vier weibliche Wehrangehörige im Altersdurchschnitt von 31,5 Jahren. Zur Jugendfeuerwehr unter Leitung von Menhard Eeten gehören 16 Mitglieder, zur Seniorenabteilung fünf Feuerwehrleute. Außerdem unterstützen 22 fördernde Mitglieder die Wehr.

Die 73 Feuerwehrmitglieder stellen etwa 10 Prozent der Visquarder Bevölkerung dar.

Im vergangenen Jahr wurden 20 Einsätze gefahren. Darunter waren 16 technische Hilfeleistungen und vier Brandeinsätze. Insgesamt wurden 6380 Stunden Dienst geleistet. Dazu gehörten auch Unterhaltungsarbeiten am Feuerwehrhaus, Unterhaltung und Pflege der Geräte und die Aus- und Fortbildung der Feuerwehrleute.

Die Visquarder Vereine und Gruppen und die Feuerwehr haben am 17. März 2007 eine Dorfreinigungsaktion durchgeführt. Der Ortskern, die angrenzenden Siedlungen und die Meeden wurden von allerlei Abfall befreit. Besondere Aufmerksamkeit erregte dabei eine in einem Graben gefundene Geldkassette mit persönlichem Inhalt. Diese wurde an die Polizeistation Pewsum übergeben.

Eine Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Visquard hat im September 2007eine Reise über 5 Tage ins bayerische Sonthofen unternommen. Mit einem VW Bulli fuhren Ortsbrandmeister Albrecht de Vries sowie Gerhard Janssen, Menhard Eeten, Harm Eeten und Tinus Baumann 1000 Kilometer in das südlichste Bundesland um dort Oberstabsfeldwebel Manfred Götemann zu besuchen, der bis 1989 beim ABC- Abwehrbataillon 110 des Bundeswehr in Emden stationiert war.

Im November 2007 probte der 4. Zug der Krummhörner Feuerwehren den Ernstfall. Angenommen wurde eine Explosion einen Gasherdes in der Gastwirtschaft „Peerstall“ beim Eilsumer Reiterhof. Eingesetzt waren die Wehren des 4. Zuges Eilsum-Grimersum, Jennelt-Uttum, Visquard, die Wehr Canum-Freepsum mit dem Funkkommando-Fahrzeug und die Wehr Greetsiel mit dem Tanklöschfahrzeug. Zugführer Gerhard Janssen leitete diese Übung und war mit dem Verlauf zufrieden.

Insgesamt wurden im Jahr 2007 15 Einsätze gefahren, darunter waren zwölf technische Hilfeleistungen und drei Brandeinsätze, teilte Albrecht de Vries bei der Jahreshauptversammlung Anfang April 2008 mit.

Im aktiven Dienst sind zu diesem Zeitpunkt 26 Mitglieder, darunter drei Frauen, im Altersdurchschnitt von 33 Jahren. Zur Jugendfeuerwehr gehören sieben Jugendliche, zu den Senioren fünf Kameraden. Unterstützt wird die Feuerwehr von 19 fördernden Mitgliedern. Insgesamt verfügt die Feuerwehr über 57 Mitglieder.

Damit die Unfallverhütungsvorschriften für Motorsägenarbeiten erfüllt werden, sind erstmals in der Krummhörn Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Visquard im Umgang mit der Motorsäge nach den Richtlinien der Module 1 und 2 der Feuerwehrunfallkasse ausgebildet worden.

An insgesamt drei Terminen Ende Februar, Anfang März und im April 2008 unterrichteten die Mitarbeiter des Bauhofes Wilfried Eilts und Stefan Janssen, sowie der Ausbildungsleiter Albrecht de Vries die fünf Kameraden der Ortswehr Visquard. Die drei Ausbilder erfüllen die von der Unfallkasse geforderten Bedingungen, das heißt sie verfügen über eine langjährige praktische Erfahrung, eine pädagogische Ausbildung und haben unter anderem den Lehrgang „Arbeitssicherheit Baum I! absolviert. Sie unterwiesen die Teilneh­mer des ersten entsprechenden Lehrgangs in der Gemeinde Krummhörn im sicheren Um­gang mit der Motorsäge, wobei sie auf die besonderen Gefahren bei Einsätzen im Straßenverkehr aufmerksam machten. Behandelt wurden auch die fachgerechte Arbeitsweise, gemäß der Unfallver­hütungsvorschriften und der staatlichen Arbeitsschutzvor­schriften, sowie die Betriebsan­leitung und die für die Arbeit mit der Motorsäge erforder­liche Schutzausrüstung.

Auch zeigten die Ausbilder die Gefahren und Belastungen auf, die mit der Motorsägen­arbeit verbunden sind, und stellten Schutzmaßnahmen vor. In Modul 1 der Ausbil­dung beschäftigten sich die Teilnehmer in der Theorie un­ter anderem mit Aufbau und Funktion, Pflege und Wartung der Motorsäge, Sicherheitsein­richtungen, Betriebsstoffen, Gefahren und Schutzmaßnahmen sowie der Auswahl geeigneter Motorsägen und die erforderliche persönliche Schutzausrüstung. In der Pra­xis befassten sie sich mit der Einstellung des Vergasers, dem Schärfen der Sägeketten und dem Nachsetzen des Schnitt­-Tiefenbegrenzers sowie Kettenwechsel, Kettenspannung, Betanken und Starttechnik.

Modul 2 sah in der Theorie unter anderem Fächer-, Stech­ und Entlastungsschnitte, Span­nungsminderungsschnitte so­wie Reaktionen der Säge bei ein- und auslaufender Kette vor. Auch lernten die Feu­erwehrmänner die Ursachen nebst Verteilung und Auswir­kungen von Spannungen im Holz kennen und die Zug- und Druckseite bestimmen. In der Praxis sägten sie mit aus- und einlaufender Kette, übten Fä­cher- und Stechschnitte und lernten, Spannungen im Holz zu beurteilen.

Für die Ausbildung in den Modulen 1 und 2 war der Visquarder Ortsbrandmeister Albrecht de Vries zuständig. Er konnte am Ende des Lehr­ganges allen fünf Teilnehmern gratulieren, denen die Ausbil­dung sehr gut gefallen hat.

Die auf Sturmschäden spe­zialisierte Feuerwehr Visquard nahm als erste Wehr an diesem Lehrgang teil, der für alle Ein­satzkräfte vorgeschrieben ist. Um den Ausbildungsstand für alle Mitglieder der Feu­erwehren in der Gemeinde Krummhörn zu komplettie­ren, findet im den dunklen Monaten ein weiterer Lehr­gang statt.

 

Die Wehr Visquard veranstaltete am 4. und 5. Juli 2008 ein Feuerwehrfest. Am Freitag, den 4. Juli wurde ein Volksmusikabend unter dem Motto „Lieder so schön wie der Norden“ mit den Interpreten Feller & Feller, Luisa und Hermann Clemens sowie Moderator Dieter Frerichs ausgetragen. Am Sonnabend sorgte am Nachmittag ein Schnelligkeitswettbewerb für Unterhaltung. Dabei traten fünf Schnelligkeitsgruppen aus der Krummhörn an. Für die Kinder war das Spielmobil des Landkreises Aurich mit von der Partie. Am Abend stand mit der Emder Band „Level One“ wieder ein Highlight im Visquarder Festzelt an.

Am Sonnabend, den 20. September 2008 übten die Kreisfeuerwehrbereitschaft Nord und der Einsatzzug des DRK Norden im Greetsieler Jachthafen den Ernstfall. Angenommen wurde eine große Ölverschmutzung in der Küstenregion des Landkreises Aurich. Das Szenarium wurde vom Landkreis Aurich ausgearbeitet. An sieben Stationen trainierten die 117 Feuerwehrleute aus sieben Gemeinden die richtige Handhabung der Geräte des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz). Drei Boote kamen dabei ebenfalls zum Einsatz. Ziel der Übung war das Legen von Ölsperren und das Aufnehmen von Ölanlandungen. Übungsbeginn war um 8.45 Uhr und nach dem Wegräumen der Geräte saßen die Beteiligten gegen 13.00 Uhr beim schmackhaften Essen zusammen. Die Versorgung der Katastrophenhelfer und die sanitätsdienstliche Betreuung lag in den bewährten Händen des DRK die mit 34 Helfern vor Ort waren.

3474 Stunden Dienst haben die Visquarder Feuerwehrleute im vergangenen Jahr geleistet. Das berich­tete Ortsbrandmeister Al­brecht de Vries bei der Haupt­versammlung im März 2009. Er erinnerte an zwölf Einsätze, die sich in zehn Hilfeleistungen und zwei Brände aufteilten. Gewartet wurden 16 Hydranten und vier Tiefbrunnen.

In der Feuerwehr des Dor­fes sind 21 Männer und drei Frauen aktiv. Der Altersdurch­schnitt beträgt 31,5 Jahre.

Der Jugendfeuerwehr unter Lei­tung von Menhard Eeten gehören derzeit sieben Mitglie­der an. In der Altersabteilung engagieren sich fünf Feuerwehrsenioren. Unterstützt wird die Feuerwehr Visquard außerdem von 19 för­dernden Mitgliedern.

Am Sonnabend, den 29. August 2009 probte die Kreisfeuerwehrbereitschaft Nord bei einer Übung auf der neuen Hager Umgehungsstraße, nördlich von Lütesburg den Ernstfall. Angenommen wurde ein Zusammenprall eines Autos mit der Museumseisenbahn, wobei sich mehrere Personen verletzten. Durch den Unfall war ein Wagon mit unbekannter Ladung in Brand geraten.

An der Übung nahmen auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit 27 Helfer und elf Fahrzeugen und das Technische Hilfswerk (THW) mit 24 Personen und fünf Fahrzeugen teil. Die Feuerwehr war mit 119 Einsatzkräften und mit 22 Fahrzeugen angerückt. Die Wehr Visquard hatte auch die Aufgabe die durch umgestürzte Bäume versperrten Wege wieder frei zu räumen. Hierzu wurden die Motorkettensägen der Wehr eingesetzt.

Am 17.09.2009 startete die Freiwillige Feuerwehr Visquard zu einem Besuch nach Sonthofen in Bayern. An Bord des Bullys waren 9 Feuerwehrleute, davon 1 Feuerwehrfrau. Alle waren gut gelaunt und so ging die Fahrt morgens um 8 Uhr in Visquard los. Nach ca. 11 Stunden Fahrt kamen die Visquarder im Allgäu an und wurden dort von Manfred Götemann in Empfang genommen.

Manfred Götemann kennt die Feuerwehrleute aus seiner beruflichen Laufbahn, damals war er Oberstabsfeldwebel bei der Bundeswehr. Er war vor fast 20 Jahren in Emden stationiert und damals kam es mit dem ABC- Abwehrbataillon 110 und der Feuerwehr Visquard zu einem Treffen in Visquard anlässlich einer Übung mit der Feuerwehr und der Bundeswehr. Vor Jahren wurde dann Manfred Götemann nach Sonthofen abkommandiert und hat sich nun dort, nachdem er nun in Rente ist, endgültig niedergelassen. Götemann hatte so einiges an Programm, für die fünf Tagereise der Visquarder Feuerwehrleute, auf die Füße gestellt.

 

Ein weiterer Motorsägen-Lehrgang führte die Feuerwehr im November 2009 in Visquard und in Uttum durch. Ausbildungsleiter Albrecht de Vries sprach die Unfallverhütungsvorschriften an, informierte über die Schutzausrüstung, den sicheren Umgang mit der Motorkettensäge und weiteren Werkzeugen, sowie über das sichere Baumfällen. In der Praxis wurde de Vries von den Bauhofmitarbeitern Wilfried Eilts und Stefan Janssen und von den Visquarder Kameraden Manfred Eeten und Michael Siebelds. Den Lehrgang bestanden neben einigen Krummhörnern Kameraden auch die Visquarder Timo Baumann und Andreas Roeder.

Schlimmeres konnte die Feuerwehr Visquard bei einem Brand im November 2009 in Visquard verhindern. Dort waren in der Nacht auf einem Privatgrundstück drei Kunststoffmülltonnen abgebrannt. Sie standen am Anbau eines Wohnhauses, der durch das Fenster ebenfalls in Mitleidenschaft geraten war. Die alarmierte Feuerwehr Visquard, mit 15 Leuten im Einsatz, hatte das Feuer schnell gelöscht.

Die 24 Mitglieder der Ortswehr Visquard haben 2009 3051 Stunden Dienst geleistet. Neben den Einsätzen – ein Brand, zehn Hilfeleistungen- wurden unter anderem Übungen, Fortbildungen und Lehrgänge absolviert. Auch die Pflege der Geräte, des Feuerwehrhauses und der Außenanlagen erforderte im letzten Jahr wiederum viel Zeit. Neben den aktiven 21 Männern und drei Frauen, gehören zur Ortswehr 5 Senioren und sieben Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Zudem gibt es 15 fördernde Mitglieder.

Einen weiteren Motorkettensägenlehrgang wurde im Feuerwehrhaus Visquard und in der Ortschaft Canum am 16. und 24. April 2010 durchgeführt.

Die Mitglieder der Wehr Visquard haben sich im Mai 2010 auf der Erdgas-Bohrstelle „Greetsiel West Z1“ von Exxon-Mobil über den Gasalarmplan informiert. Die Bohrstelle, mit dem Bohrturm mit einer Gesamthöhe von 53 Metern, liegt auf Visquarder Gemarkung. Auch die laufenden Aktivitäten und aktuelle Bohrarbeiten waren Thema des Besuches. Nach der Besprechung des Alarm- und Einsatzplanes erfolgte eine Begehung der Betriebsanlage unter sachkundiger Führung. Im Feuerwehrhaus Visquard fand ein Abschließendes gemeinsames Grillen statt.

Da Gerhard Janssen in der Feuerwehrkreisbereitschaft als Stellvertretender Zugführer eingesetzt wurde, stand einer Beförderung nichts im Wege. Beim Kreisfeuerwehrverbandstag in Groß Midlum am 8. August 2010 wurde Kamerad Janssen zum Brandmeister befördert.      

Das in der Nacht zu Freitag, den 27. August über die Region Osnabrück hinweg gezogene Unwetter, beschäftigt nun auch die ostfriesischen Feuerwehren. Nachdem bereits am Freitagnachmittag der Landkreis Leer und die Stadt Emden jeweils eine Kreisbereitschaft ihrer Feuerwehren in das Katastrophengebiet entsandt haben, wurde nun auch Hilfe aus dem Landkreis Aurich angefordert. Die Feuerwehrkreisbereitschaft Abschnitt Nord wurde am 28. August 2010 um etwa 5:00 Uhr alarmiert. Auch die Freiwillige Feuerwehr Visquard setzte ihre Alarmkette in Gang. Ein Fahrzeug (Löschgruppenfahrzeug) sowie 10 Helfer sollten unverzüglich ausrücken. In kürzester Zeit wurden nachts noch Arbeitgeber und Familienangehörige kontaktiert und eine Einsatzdauer für zunächst zwei bis drei Tage organisiert. Die Einsatzkräfte die mit ausrücken sollten, fuhren noch einmal nach Hause um ein paar persönliche Dinge einzupacken.

Die verbleibenden Helfer bereiteten das Fahrzeug vor und beluden es mit zusätzlichen Ausrüstungsgegenständen. Auch Marschverpflegung musste organisiert werden für die Männer die um 6.30 Uhr vom Feuerwehrhaus auf nach Georgsheil fuhren, um dort die Kreisbereitschaft zusammen zu stellen. Nach einer kurzen Besprechung im Georgsheiler Gewerbegebiet setzte sich die Bereitschaft gegen 7.30 Uhr mit 131 Helfern und 20 Fahrzeugen der Feuerwehren und des Deutschen Roten Kreuzes in Marsch. Der genaue Einsatzort war beim Abrücken noch nicht bekannt, auch die zu erwartenden Aufgaben waren ungewiss.

Am 28. August um 12.00 Uhr erreichte die Kreisbereitschaft Osnabrück-Schinkel. Die Züge der Bereitschaft wurden auf Einsatzschwerpunkte aufgeteilt und Ortsfeuerwehr Visquard wurde mit dem 3. Zug in eine Wohnsiedlung abgerufen. Die Hase war großflächig über die Ufer getreten. In der Siedlung wurden einige Keller entleert und die Schmutzwasserkanalisation wurde leer gepumpt. Der ELW 2 hatte Stellung am Feuerwehrhaus der Feuerwehr Schinkel bezogen und koordinierte von dort aus zahlreiche Einsätze. Im dortigen Gebiet standen immer noch ein Parkhaus, ein Möbelhaus, ein Umspannwerk sowie mehrere Straßenunterführungen unter Wasser. Die Pumparbeiten wurden auch über die Nacht in Wechselschichten fortgesetzt.

Als Unterkunft diente eine Turnhalle, dort konnten sich die Einsatzkräfte ausruhen und duschen. Ebenfalls wurden sie dort mit Verpflegung versorgt. Am Morgen gab es gegen 8 Uhr eine Ortsbegehung der Einsatzstelle. Danach wurde das weitere Vorgehen entschieden. Nach einem mehr als 30 Stunden langen Einsatz im Katastrophengebiet in Osnabrück, kehrte am Sonntagmittag die Kreisbereitschaft Nord des Landkreises Aurich nach Hause zurück. Geplant war zunächst ein mehrtägiger Einsatz. Die Gesichter der Einsatzkräfte waren von deutlicher Erschöpfung gekennzeichnet. Zwar hatte man sich in der Nacht immer wieder abgewechselt, doch an festen Schlaf war nicht zu denken. Die ostfriesischen Helfer bewiesen mit ihrem Einsatz ein äußerst hohes Maß an Einsatzbereitschaft und Leistungsstärke. Innerhalb von weniger als 90 Minuten standen mehr als 130 Helfer und 20 Fahrzeuge für den Katastropheneinsatz, parat. Dies imponierte auch die Osnabrücker Helfer, schließlich war die Kreisbereitschaft inklusive dem in Middels stationiertem Versorgungszug angerückt. Somit waren die Ostfriesen in der Lage, sich selber zu versorgen. Die Osnabrücker bedankten sich vielmals für die geleistete Arbeit.

Fast 500 Einsatzkräfte von Feuerwehr und anderen Verbänden probten am Sonnabend, den 30. Oktober 2010, bei einer Großübung im Westhafen von Norddeich den Ernstfall. Beteiligt waren die Feuerwehrkreisbereitschaften Abschnitt Nord und Süd des Landkreises Aurich sowie des Landkreises Vechta, THW, DGzRS, DLRG, DRK, Polizei, NLWKN, N-Ports, Deichacht Norden, AG Reederei Norden-Frisia, DB AG, Landkreis Aurich, Stadt Norden. Es war die erste Übung in dieser Größenordnung an der auch 11 Feuerwehrleute mit dem Fahrzeug der Ortswehr Visquard teilnahmen.

Bei der Jahreshauptversammlung am 5. März 2011 wurde Michael Siebelds zum Nachfolger von Ortsbrandmeister Albrecht de Vries gewählt. De Vries trat nach fast 30 Jahren von seinem Ehrenamt zurück. Die offizielle Verabschiedung soll am 10. Juli 2011 beim Feuerwehrfest stattfinden. Im Jahr 2010, berichtete Albrecht de Vries, bei der Versammlung, wurden 10 Einsätze geleistet. Dabei handelte es sich um acht technische Hilfeleistungen und zwei Brandeinsätze.

Neben den eigentlichen Aufgaben der Wehr wurden noch etliche sonstige Aufgaben durchgeführt. Insgesamt wurden 3612 Stunden für die Allgemeinheit geleistet.

Anfang 2011 verrichten 20 Feuerwehrleute, darunter drei Frauen, ihren Dienst in der Ortswehr Visquard. Zur Jugendfeuerwehr unter Leitung von Menhard Eeten gehören 9 Jugendliche und zur Seniorenabteilung gehören drei Kameraden. Außerdem wird die Wehr von 16 fördernden Mitgliedern unterstützt.

Anfang 2011 gehören weiterhin 20 Feuerwehrleute, darunter drei Frauen, zur Ortswehr Visquard. Zur Jugendfeuerwehr unter Leitung von Menhard Eeten gehören 9 Jugendliche und zur Seniorenabteilung gehören drei Kameraden. Außerdem wird die Wehr von 16 fördernden Mitgliedern unterstützt.

Dirk de Vries und Johann Jürrens gehören im Jahr 2011 seit 65 Jahren zur Wehr. Die beiden Kameraden gehören zu den Neugründungsmitgliedern der Wehr nach dem II. Weltkrieg. Die Jubilare wurden beim Feuerwehrfest vom 8. – 10. Juli 2011 besonders geehrt. An diesen Tagen fand auch der 37. Gemeindefeuerwehrtag zum 3. Mal in Visquard statt. Die Freiwillige Feuerwehr Visquard feierte ihr 75 –jähriges Bestehen und die Jugendfeuerwehr feierte ihr 10 –jähriges Jubiläum.

Dies ist nur ein Auszug aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Visquard das Original besteht aus über 150 Seiten.

Quellen:

Emder Zeitung, Ostfriesen Zeitung, Ostfriesischer Kurier, Feuerwehrchronik Hilko de Vries, Dorfchronik Visquard, Visquarder Schulchronik von Lehrer Albertus Buisman, Gemeinderatsbücher der Gemeinde Visquard, Gemeindeausschussprotokollbücher, Rechnungsbücher der Gemeinde Visquard, Archiv von Albrecht de Vries, Dienstbücher des Ortsbrandmeisters Albrecht de Vries, Feuerwehrchronik Albrecht de Vries.