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 Visquard

 

Visquard gehört zu der ostfriesischen Gemeinde Krummhörn und liegt etwa 13 Kilometer von Emden entfernt. Es befindet sich am Rand der ehemaligen Sielmönker Bucht und liegt an der Kreisstraße 231, die zwischen Jennelt und Pewsum von der Landesstraße 4 nach rechts abzweigt. Ausgebaute Wirtschaftswege führen zu den Dörfern Manslagt und Pilsum sowie über die Ortschaft Appingen nach Greetsiel. Auch das Greetsieler Tief, ein für Wasserwanderer freigegebener Wasserlauf, verbindet das Warfendorf mit den genannten Orten sowie mit Pewsum. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Emden.

Visquard ist ein typisches Rundwarfendorf (plattdeutsch für Aufschüttung) mit ungefähr 450 Metern Durchmesser, wo die Kirche auf der höchsten Stelle gelegen ist und rundherum verwinkelte Gassen und Wege entlang führen.

 

Dorfname

In der ältesten urkundlichen Erwähnung Visquards aus dem Jahre 945 lautet der latinisierte Dorfname villa Frisgana. Sie findet sich in dem von einem gewissen Gerbert aufgestellten Verzeichnis seiner Besitztümer im Federgau mit Namen bona mea in paco Federit gewe.

In den von einem Mönch namens Eberhard im 12. Jahrhundert zusammengestellten Summarien des Klosters Fulda wird Visquard zunächst ebenfalls noch als villa Frisgana, später dann aber – an späterer Stelle der Summarien – als Viscuwirda bezeichnet. Karl Leiner übersetzt diesen Namen mit: „Warfendorf (wirda), dessen Einwohner vom Fisch (visc) leben“.

Dass Visquard in früheren Zeiten von Wasser umgeben war, machen noch heute einige Gemarkungsnamen der Umgebung deutlich, zum Beispiel Leegland und Visquarder Maar.

 

Geschichte

Eine im Jahr 1913 durchgeführte archäologische Grabung im Umkreis von Visquard förderte Urnen und Grabbeigaben zutage, deren Gestalt und Zeichnung in vorchristliche Zeit verweisen. Außerdem wurde eine Feuerstelle gefunden, in der sich frisch gebackene und handgeformte Tonkugeln befanden, die wahrscheinlich als Netzbeschwerer vorgesehen waren. Die Auswertung einer weiteren Grabung um 1961 ergab einen Siedlungshorizont aus dem Jahr 800 nach Christus.

Seit dem 13. Jahrhundert war Visquard Häuptlingssitz. Es besaß zwei Burgstellen (sogenannte Steinhäuser): eine im Nordwesten, die andere im Südosten des Dorfes. Während die große Burgstelle im Nordwesten der Flurbereinigung der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts zum Opfer fiel, ist das kleinere Steinhaus noch erhalten. Der erste Häuptling, der namentlich in den Annalen des Dorfes auftaucht, ist Siebrand Ulberna von Visquard. Er regierte in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und gab gemeinsam mit den Nachbarhäuptlingen von Westerhusen, Hinte und Twixlum sowie mit dem Drosten Wiard von Emden ein Gesetzbuch heraus. Der zweite Häuptling, von dem die Quellen berichten, ist Wygert tho Visquarden.

 

Religion

Die Kirche Visquards ist gleichzeitig der höchste Punkt des Dorfes

Die Kirche ist vermutlich zwischen 1250 und 1275 gebaut worden. Durch Deichveränderungen und Absinken des Grundwasserspiegels drohten Ende des 18. Jahrhunderts die vier Gewölbe einzustürzen. Dabei blieb nur das Chorgewölbe erhalten. Die Orgel der Kirche stammt aus dem Jahr 1660 und wurde 1969 von der niederländischen Orgelbaufirma Reil komplett restauriert. Die Kanzel wurde im 1729 von einem Emder Sargtischler geschnitzt. Auffällig ist eine Sandsteinuhr an der westlichen Außenseite der Kirche, auf welchem das Wappen der Stifter, dem ostfriesischen Grafenpaar Edzard II. und Katharina von Wasa, zu sehen ist. Neben der Kirche steht der wahrscheinlich 1300 erbaute und mit zwei Glocken bestückte Glockenturm mit seinem Treppengiebel.

In der Umgebung Visquards befanden sich zwei Klöster. Das Kloster Dykhusen, welches es von 1378 bis 1531 gab und was bei einem Brandanschlag vom Junker Balthasar zerstört wurde, und das Kloster Appingen, das die obdachlosen Nonnen aus Dykhusen aufnahm.

Im Jahr 2005 zählte Visquard 743 Einwohner, von denen über 90 Prozent der evangelisch-reformierten Kirche angehören.

 

Kloster Dykhusen

Das Kloster Dykhusen ist ein ehemaliges Augustinerkloster in Ostfriesland, das um 1451 von den Dominikanern übernommen wurde.

 

Geschichte

Das Kloster wurde 1378 von den Häuptlingen Ocko I. tom Brok, Folkmar Allena zu Osterhusen sowie Haro Ailts zu Großfaldern gestiftet. Das für die Gründung erforderliche Land kauften sie einem gewissen Lüppo ab, den sie mit lebenslang zugesicherten Einkünften abfanden. Anschließend errichteten sie das Konvent mit Zustimmung des Bischofs und des Domkapitels zu Münster und widmeten es der Heiligen Margaretha. Nach Fertigstellung wurde es mit Nonnen aus Reide besetzt. Erste Priorin des Klosters war die Schwägerin Ocko tom Broks, die Schwester der Foelke Kampana, die unter dem Namen Quade Foelke traurige Berühmtheit erlangte. 1531 wurde das Kloster von Truppen des Häuptlings Balthasar von Esens gebrandschatzt und nicht wieder aufgebaut. Die Nonnen wurden anschließend im Karmelitinnenkloster Appingen untergebracht, das sich auf dem heutigen Gebiet der gleichnamigen Ortschaft befand.

 

Kloster Appingen

Das Kloster Appingen ist ein ehemaliges Karmeliterkloster im Kirchspiel Greetsiel, das unter dem Patronat der Heiligen Maria stand. Es ist benannt nach dem gleichnamigen Ort.

 

Geschichte

Das Kloster wurde 1437 von der Häuptlingsfamilie Cirksena gegründet. Diese schenkten dem Karmeliterorden die alte Pfarrkirche von Appingen. Ursprünglich stammte die Familie aus diesem Ort, den sie aber verließ, nachdem der Ort durch Eindeichungen vom Meer abgeschnitten war und so gegenüber Greetsiel (dem späteren Stammsitz der Cirksena) allmählich an Bedeutung verlor. Das Kloster in Appingen war die einzige Niederlassung der Karmeliten in Ostfriesland und das letzte in der Region gegründete überhaupt. Gründer und Stifter des Klosters war Enno Cirksena, der Vater des späteren Reichsgrafen Ulrich Cirksena. Über die Geschichte des Klosters ist nicht viel bekannt. Neben der bestehenden Kirche wurde ein steinernes Haus für die Mönche sowie eine Mühle erbaut, für die auch die Cirksena Nutzungsrechte besaßen. Zunächst war es nur für drei bis vier Priester angelegt, wurde in späteren Zeiten aber wohl erheblich erweitert. Zu seiner Blütezeit lebten in dem Kloster mindestens 20 Mönche.

Kurz vor der Reformation wurde von Appingen aus noch das Kloster Atens im heutigen Stadtgebiet von Nordenham gestiftet. 1530 wurde das Kloster von Balthasar von Esens bei einer seiner zahlreichen Fehden mit dem Grafen von Ostfriesland gebrandschatzt, aber nicht wie das nahe gelegene Kloster Dykhusen des Dominikanerordens völlig zerstört. Das Kloster wurde wieder hergerichtet und nahm 1531 auch die Nonnen von Dykhusen auf. In der Zeit danach wurde das Kloster säkularisiert und ab 1545 von den Grafen von Ostfriesland verpachtet.

Heute ist vom ehemaligen Dorf Appingen und dem Kloster nur ein Hof und einige Häuser geblieben, der zu Visquard gehört.

 

Quelle: Wikipedia