Freiwillige Feuerwehr Visquard
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Motorsägenausbildung

Im Bereich der Gefahrenabwehr sind die Feuerwehren bekanntlich auch mit Motorsägenarbeiten beschäftigt, so z.B. wenn wichtige öffentliche Verkehrswege durch umgestürzte Bäume blockiert werden.
Arbeiten, die mit Motorsägen ausgeführt werden, sind mit einem hohen Gefahrenpo-
tenzial verbunden. Um Unfälle und Gesundheitsschäden zu vermeiden, darf der Unter-
nehmer (Gemeinde Krummhörn) nur Versicherte für Arbeiten mit der Motorsäge einsetzen, die persönlich und fachlich geeignet sind. Die fachliche und persönliche Eignung ist die Grundlage für ein sicheres und unfallfreies Arbeiten mit der Motorsäge. Durch die Benutzung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA) wird das Sicherheitsniveau zusätzlich verbessert.
 

Im Motorsägenlehrgang lernen die Feuerwehrleute das Wichtigste über Unfallverhütungsvorschriften, die Bedeutung der persönlichen Schutzausrüstung, den Aufbau, die Funktion, Pflege und Wartung der Motorsäge. Außerdem erlernen Sie, wie Sie am liegenden Holz sägen, welche Schnitttechniken es gibt und wie Sie gefährliche Spannungen im Holz beurteilen. In einem weiteren Praxisschwerpunkt geht es um Fälltechniken und  Entastungsarbeiten im Schwachholz.

Aktuelles zum Thema Motorsägenausbildung

Die Regel für die Motorsägenausbildung wurde im letzten Jahr an das Niveau der Motorsägenausbildung der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau angepasst. Darin sind neben anderen Neuerungen die für die Feuerwehren wichtigen Ausbildungsinhalte zur Aufarbeitung von Sturm- und Bruchholz leider nicht mehr enthalten.

Um den entstandenen Konflikt zwischen vorgeschriebener Ausbildung und praktischen Erfordernissen in den Feuerwehren pragmatisch zu lösen, streben wir eine praxisorientierte Lösung auf Bundesebene an. Diesen Prozess haben wir angestoßen; er wird jedoch leider noch eine gewisse Zeit benötigen, in der wir ihn aktiv begleiten.

Mit dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport haben wir uns bereits ins Benehmen gesetzt. Die weiteren Maßnahmen werden mit diesem abgestimmt.

Sobald sich eine bundeseinheitliche Lösung abzeichnet, werden wir damit umgehend an die "Feuerwehröffentlichkeit" gehen.

Herausgeber FUK Hannover

Motorsägenlehrgang DGUV Modul A
Motorsägenlehrgang gemäß DGUV I 214-059, Modul A

Erwerb des Motorsägenscheins

2014 wurden die Ausbildungsinhalte der Motorsägenkurse vom DGUV überarbeitet. Die neuen Ausbildungsmodule  A bis D der I 214-059 ersetzen die bisherigen Module 1 bis 5 der I 8624.

Damit einher ging auch eine Harmonisierung zwischen den Motorsägenausbildungen der SVLFG (AS BAUM I und AS BAUM II) und den neuen Modulen der DGUV. Im Vorwort der Informationsschrift der DGUV heißt es dazu:

"Die in der Informationsschrift enthaltenen Inhalte "Ausbildung für Arbeiten mit der Motorsäge und die Durchführung von Baumarbeiten" sind zwischen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) abgestimmt.

Die Kompatibilität der Ausbildungen Baumarbeiten im Gartenbau nach Unfallverhütungsvorschrift "Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen" (VSG 4.2) und der Module der DGUV Information 214-059 "Ausbildung für Arbeiten mit der Motorsäge und die Durchführung von Baumarbeiten" besteht.

Die gegenseitige Anerkennung dieser vorgenannten Ausbildungen ist zwischen der SVLFG und der DGUV vereinbart.

Damit wird eine grundsätzliche Vereinheitlichung der Motorsägenausbildung erreicht und das Ausbildungsniveau erhöht."

 

     Quelle: DEULA Westerstede

 

Modul A – Grundlagen der Motorsägenarbeit

Durch die erfolgreiche Teilnahme am "Modul A - Grundlagen der Motorsägenarbeit" werden die Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Fällen von Bäumen mit einem Brusthöhendurchmesser bis 20 cm erworben.

Lehrgangsschwerpunkte

  • Anforderungen aus Unfallverhütungsvorschriften und Regeln der Unfallversicherungsträger
  • Umgang mit Motorsägen und Werkzeugen
  • Arbeitseinsatz unter Praxisbedingungen, z. B. Arbeit am liegenden Holz, sowie  Holzbauarbeiten, Fällung von Schwachholz bis 20 cm Brusthöhendurchmesser (BHD)

Theoretische Lehrinhalte: Dauer 8 UE zu 45 Minuten

1. Maschinen und Geräte

1.1. Motorsäge

1.2. Werkzeuge, Hilfsgeräte, Hilfsmittel

2. Arbeitsschutz

2.1. Anforderungen aus Unfallverhütungsvorschriften und Regeln der Unfallversicherungsträger

2.2. Arbeitstechniken

3. Wartung und Pflege der Motorsäge und Werkzeuge

Praktische Lehrinhalte: Dauer 8 UE zu 45 Minuten

4. Motorsägeneinsatz in der Praxis

4.1. Arbeitsvorbereitung

4.2. Ermittlung der Einsatzbedingungen

4.3. Schnittübungen am liegenden Holz und am stehenden Schwachholz

4.4. Fällung von Schwachholz

Allgemeine Voraussetzungen für die Teilnahme

  • Befähigung im Sinne von § 7 DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ i.V. m. DGUV Regel 114-018 „Waldarbeiten“, körperliche u. geistige Eignung
  • persönliche Schutzausrüstung für die Motorsägenarbeit

Gesamtdauer:  16 Unterrichtseinheiten (UE) zu 45 Minuten

 

Die Ausbilder für diesen Lehrgang müssen als Ersthelfer ausgebildet sein.

Im Rahmen dieser Vorschrift nahm der Ausbilder Albrecht de Vries (Feuerwehr Visquard), sowie die Bauhofmitarbeiter Stefan Janssen und Wilfried Eilts am Erste-Hilfe-Lehrgang beim DRK Emden am 12.10.2015 teil.

FUK-Logo
INFO-Blatt Stand 1/2007
Motorsägearbeiten

Arbeiten mit Motorsägen sind gefährliche Arbeiten. Sie dürfen nach § 7 Unfallverhü-
tungsvorschrift (UVV) „Grundsätze der Prävention“ (GUV-V A1) nur von geeigneten
Personen, denen die damit verbundenen Gefahren bekannt sind, ausgeführt werden.
Dies umfasst eine fachliche Eignung, siehe INFO-Blatt „Motorsägearbeiten – Ausbil-
dung“, und eine körperliche Eignung (Mindestalter 18 Jahre, normales Hör- und Seh-
vermögen).

Neben der nach § 12 Abs. 1 UVV „Feuerwehren“ (GUV-V C53) erforderlichen Mindest-
schutzausrüstung ist beim Umgang mit Motorsägen folgende zusätzliche spezielle per-
sönliche Schutzausrüstung nach § 12 Abs. 2 UVV „Feuerwehren“ (GUV-V C53) in Ver-
bindung mit der Anordnung vom April 1988 (§ 17 Abs. 2 „Sozialgesetzbuch VII“) zur
Abwendung besonderer Unfallgefahren beim Umgang mit Motorsägen zu tragen:

• Gesichtsschutz (z. B. Helmvisier)
• Gehörschutz (z. B. Gehörschutzstöpsel)
• Hosen oder Beinlinge mit geprüften rundumlaufenden Schnittschutzeinlagen nach
DIN EN 381 Teil 5 Form C.


Besonders angepasst für den Umgang mit der Motorsäge ist die Kombination aus
„Waldarbeiterhelm“ mit Gehör- und Gesichtsschutz nach § 4 Abs. 3 UVV „Forsten“
(GUV-V C51). Diese Kombination hat eine optimierte Schutzwirkung: Der Gesichts-
schutz kann nicht beschlagen, Abgase können sich nicht dahinter stauen und der Ge-
hörschutz ist direkt am Helm angebracht.

Im Feuerwehrdienst sind nach § 1 „Niedersächsisches Brandschutzgesetz“
(NBrandSchG) Arbeiten mit der Motorsäge nur im Rahmen der „Abwehr von Gefahren“
durchzuführen. Arbeiten, die nicht unmittelbar der Gefahrenbeseitigung dienen, sind
grundsätzlich nicht Aufgabe der Feuerwehr.

Für Motorsägearbeiten im Drehleiterkorb und als Ausbilder für Motorsägearbeiten sind
spezielle Kenntnisse und ggf. spezielle Schutzausrüstungen erforderlich, siehe INFO-
Blatt „Motorsägearbeiten – Drehleiterkorb“ und INFO-Blatt „Motorsägearbeiten –
Ausbilder“.

Die Bedienungsanleitung des Motorsägen-Herstellers mit möglichen Nutzungsein-
schränkungen ist zu beachten. Nach unserer Kenntnis weisen alle Hersteller darauf hin,
dass z. B. Elektromotorsägen nicht im Freien bei Regen eingesetzt werden dürfen.

Dieses INFO-Blatt wurde in Abstimmung mit dem Niedersächsischen Ministerium für
Inneres und Sport erstellt.